Historisches Leben in Neuruppin

“All das geschieht” – und was geschieht im blauen Dunstkreis der AfD?

Eigentlich stehen Hilde und Roland im Mittelpunkt der szenischen Lesung “All das geschieht”. Ihr Briefwechsel zwischen 1938 und 1942 führt in entscheidende Jahre der NS-Zeit und lässt Propagandawirkung und Verstrickung miterleben. Dann plötzlich krasse Zitate von AfD-Politikern wie Alexander Gauland und Björn Höcke. Was bleibt? Parteiverbot? In der gut besuchten Aula der Oberschule Alexander Puschkin gab es nach der Darbietung primär von jungen Stimmen beeindruckende Schilderungen und Aussagen zur gebotenen Auseinandersetzung...

“Harich 100” – Blicke auf Neuruppin und Berlin inclusive Lachnummer

Im Jahr 2023 lag die Geburt von Wolfgang Harich in Königsberg hundert Jahre zurück. Dass die sechs Bände “Harich 100” erst jetzt erscheinen, hat allein mit einer Erkrankung des Herausgebers Andreas Heyer zu tun. Die ersten beiden Bände sind bereits im Handel erhältlich. Band 1 führt nach Neuruppin und nach Berlin. Eine Passage mit Lachgarantie ist in der Stadt am Ruppiner See angesiedelt...

Neuruppin erinnert an die Opfer der NS-„Euthanasie“

Mit einer bewegenden Gedenkfeier, Lesungen von Schüler:innen und Musik wurde in Neuruppin an die Opfer der NS-„Euthanasie“ erinnert – ein Rundgang über den Friedhof schloss das Gedenken ab. Von macron In Neuruppin wurde auch in diesem Jahr der Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen gedacht – jener Menschen, die in psychiatrischen Einrichtungen entrechtet, deportiert und schließlich ermordet...

Mit dem Hobbyhistoriker Michael Sohn auf der Wasserstraße Rhin unterwegs

Michael Sohn ist kein Kind der Region. Aber seit ein paar Jahren wohnt er in Neuruppin. Nun hat der gebürtige Ostberliner sein Werk “Kähne auf dem Rhin”, das hier bereits begutachtet wurde, einem recht großen Publikum im Museum Neuruppin vorstellen können. Am Ende gab es einige Fragen. Nicht, weil die Lücken so groß waren. Im...

40 Jahre Tschernobyl: Was Rheinsberg über die Zukunft der Energie verrät

Es sind diese Tage im April, an denen sich Vergangenheit und Gegenwart unweigerlich überlagern. Der 26. April 1986 ist kein fernes Datum, sondern eine Zäsur, deren Folgen bis heute reichen. In Tschernobyl explodierte ein Reaktor – und mit ihm das Versprechen, Atomkraft sei beherrschbar. Während der Rückbau in Rheinsberg seit Jahrzehnten zeigt, wie teuer und langwierig die Hinterlassenschaften dieser Technologie sind, werden mit neuen Reaktorkonzepten erneut alte Hoffnungen geweckt. Dabei stehen mit Wind, Sonne und Wasserkraft längst Alternativen bereit, die schneller verfügbar, günstiger und ohne die Risiken für kommende Generationen sind...

Eine Ausstellung in der St. Trinitatis Kirche erinnert an die St. Marien Kirche

Brände waren in den Städten früherer Jahrhunderte in den deutschen Landen keine Seltenheit. In Neuruppin kam es im August 1787 zu einer Katastrophe. Und das an einem Sonntag. Stark zerstört wurde dabei auch die evangelische Hauptkirche. Die neu erbaute Pfarrkirche St. Marien wurde am 23. März 1806 geweiht. 220 Jahre später wird in der Kirche St. Trinitatis an die Entwicklung erinnert...

Kein Wallfahrtsort für Rechtspopulisten: Das Brandenburg Preußen Museum

Auf der A 24 gibt es eins dieser braunen Hinweisschilder auf das Brandenburg Preußen Museum in Wustrau. Mit der neuen Dauerausstellung bietet man indessen ein vielfarbiges Bild der Geschichte. Ein Hauch von Humor zeigt sich schon im Titel: “Ein Spaziergang durch die Geschichte”. Angesichts des Einsatzes moderner Medien könnte man glatt von einem Mehrgenerationhaus sprechen. Es gibt sogar ein Würfelspiel...

Wenn angeblich Verschwundenes eigentlich gar nicht weg ist…

“Ausradiert?” hat Carsten Gansel sein Werk über die Literatur der DDR und die Art, wie sie seiner Meinung nach verschwand, überschrieben. Das Fragezeichen lässt vieles offen. Anders die Einführung, die ist vermutlich im Rausch der Entrüstung geschrieben worden: “Die Ostdeutschen haben es bis in die Gegenwart mit Vorgängen von Auslöschung und Delegitimierung des eigenen Daseins zu tun.” Auslöschung? Da hätte die Löschtaste geholfen...
Cafe Waldfrieden in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts

Zwischen See, Kiefern und Stillstand – Das Ende des Waldfrieden

Über ein Jahrhundert war das Waldfrieden ein Ort für Ausflüge, Erinnerungen und Begegnungen. Nun ist die traditionsreiche Gaststätte am Ruppiner See geschlossen – und mit ihr verschwindet ein Stück Neuruppiner Alltagsgeschichte. Von: macron Es gibt diesen Moment, wenn man den Weg durch die Lindenallee nimmt, vorbei an den hohen Kiefern, und plötzlich öffnet sich der...