Juristischer Streit am Straßenrand – der zweite Fall für “Extra 3”?

Beweisfoto: das Konfliktfeld vor der Zieten-Apotheke in der Karl-Marx-Straße.

Eigentlich steht der Name Zieten für preußische Tradition, für Tugenden. Nun ist die Zieten-Apotheke in Neuruppin wegen gewisser Unrechtmäßigkeiten oder wegen Fristversäumnissen in die Schlagzeilen geraten. Zuerst wegen eines Aufklebers am Fenster. Dann wegen eines Aufstellers zu Werbezwecken und des Fahrradständers auf dem Bürgersteig. Zumindest der erste Fall eine Posse. Also kommt womöglich wieder ein Kamerateam von “Extra 3” vorbei – von wegen “Realer Irrsinn”?

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Mit dem Internet sind gigantische Speicher verbunden. Man muss nicht in ein staubiges Archiv, um zu sehen, was sich 2021 in Neuruppin ereignete und ein Kamerateam einer öffentlich-rechtlichen Anstalt anlockte. Die Mediathek der ARD weiß es und zeigt es. Untere Denkmalschützer hatten mehr als nur Bedenken gegen die Verhüllung der Skulpturen im historischen Tempelgarten mit Holzkästen, auf denen die Schönheiten oder Denkwürdigkeiten als großes Foto zu sehen sind. Der damalige Vorsitzende des Tempelgartenvereins kommt persönlich zu Wort. Die Behörde sieht dabei schon ohne Bildmaterial irgendwie alt aus. Verschont bleibt Karl Friedrich Schinkel. Der gehört im besten Sinne zu den Begründern des Denkmalschutzes in Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Kunst der Fotografie wartete noch auf erfinderische Entdeckung. Sei’s drum, man scheint sich irgendwie geeinigt zu haben, denn ein paar Verhüllungen waren auch in diesem Winter wieder monatelang mit Bildschmuck zu sehen.

Belegfoto: Verhüllungskunst im Neuruppiner Tempelgarten im Februar 2026.
Fotos: VHS

Nun also Zieten, die Apotheke, die Apothekerin und all die Fragen zur Bürgersteigkultur, zu den vorgegeben Fristen, den fälligen Gebühren und den Stadtgesprächen über die Stadtverwaltung, die Arbeitsbelastung der Zuständigen, mögliche medizinische Beruhigungsmittel aus der Apotheke, vielleicht einmal gratis als erster Schritt der Versöhnung und als Zeichen des guten Willens. Namen nennen wir hier nicht.
Dass es gute Gründe gibt für Regeln und Bestimmungen zur Nutzung von Bürgersteigen, wird vermutlich in der Bürgerschaft nicht bestritten und in der Kaufmannschaft auch nicht. Tatsächlich können Aufsteller oder Fahrradständer problematisch sein, versperren sie doch nur zu leicht den mit ihren Fahrrädern durch die Stadt Rasenden den unzulässigen Weg. Richtig böse können manche dann werden. Wie wahnsinnig wird geklingelt. Wie irrsinnig wird geschimpft. Kleine und kleinste Kinder müssen vor den Rechtsbrechern geschützt werden. Und da stört alles Gerät. Also wird reguliert. So geht Rechtsstaat. Das Spektrum der Möglichkeiten ist breiter als der Fußweg.
Für den Fall, dass “Extra 3” kommt: Darf man dann die Aufkleber eigentlich ganz kurz wieder außen aufkleben zu Zwecken der Aufklärung?

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