Wortverwirrung in der Alltagswelt – Babylon lässt grüßen

Ist es schon soweit? Hassfördernde Lebensmittel? Müssten da nicht die gesetzlichen Regelungen greifen, wenn Hass im Angebot ist? Oder ist die Ware bloß liegen geblieben aus der finsteren Vergangenheit der Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler? Der Sache muss man auf den Grund gehen.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Der Spaß hört nicht erst beim Hass auf. Groll und Zorn können auch schon ganz schön irre machen. “Herzstücke” klingt eigentlich ziemlich verliebt ins Leben. Aber “HASS AVOCADO” aus Südafrika? Wieder entflammt die Konflikte? In der Presse war nichts zu lesen davon. Im Internet ist leicht zu erfahren, dass es auch HASS AVOCADO aus Israel gibt. Bei EDEKA in Neuruppin allerdings zurzeit nicht. Aber eben aus Südafrika. Das Grün ist verdächtig dunkel. Und so einheitlich. Olivengrün ist etwas heller. Ob die Bundeswehr auf AVOCADOGRÜN umgerüstet werden soll? Mal bei Boris Pistorius nachfragen. Und bei Margot Käßmann in “Warum ich Pazifistin bleibe” nachlesen, ob Kriegstüchtigkeit mit Hassfähigkeit einher gehen muss. Auf jeden Fall schreibt sie von einer “schleichenden Militarisierung” in unserer Gesellschaft.

Kann man sich einfach “SCHINKELANER” nennen?
Darstellung: VHS

Die Personalie Boris Pistorius hält noch andere Überraschungen für Neuruppin bereit. Der Verteidigungsminister nennt sich “Schinkelaner”, heißt es. Weil Karl Clausewitz hier in der Schinkelstadt seine militärische Laufbahn begann? Christiane Reymann hat ja erst vor ein paar Tagen auf dem Schulplatz bei einer Friedensdemo die These vertreten, der ganze militärisch-industrielle Komplex mache dumm. Blöd, dass das Wort nicht definiert wurde. Aus Grundschulgutachten ist es inzwischen verschwunden. Als “Dummejungenstreich” diskriminiert es weiter. Als kleiner lieber Junge soll Boris auch schon “Schinkelaner” gewesen sein. Wegen irgendwelcher Bauklötze?

Kann man auf der Karte einen Denkanstoß finden?
abfotografiert aus Antje Flade, Das Kinderbett – Geschichte einer Familie, 2026

Konfuzius war ja schon sicher, dass es an den Grundfesten einer Gesellschaft rüttelt, wenn die Worte nicht stimmen. Aber gibt es überhaupt Namen, die stimmen, außer den sprechenden wie Dorfnamen nach Art von Protzen und Kotzen? Begriffe stehen ausdrücklich auf einem anderen Blatt. Es macht Klick. Schinkel war einst ein Dorf und ist heute ein Stadtteil von Osnabrück. Da ist Boris Pistorius aufgewachsen? Deshalb Schinkelaner?
Und der Hass? Oder die? “Genussreif”, steht da. Ein Gärtner namens Hass steckt dahinter? Aus Kalifornien? Und Millionen Menschen mögen Hass? Okay. Ich auch. Hass soll ja auch gesund sein. Natürlich nur in Maßen, nicht in Massen…

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