Wolfgang Freese für sein langjähriges Engagement als Bündnisgrüner geehrt

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Andere werden Grünkohlkönig oder Weinkönigin. Wolfgang Freese wurde Stimmkönig. Er erhielt 2019 bei den Kreistagswahlen in Ostprignitz-Ruppin 4.288 Stimmen. Nun wurde der in Stadt und Umland bekannte Bündnisgrüne für sein langjähriges und vielfältiges Engagement in Neuruppin und in der Region seitens der Partei geehrt.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

“Bündnisgrüner der ersten Stunde” – so sprach die in Bielefeld geborene Grüne Petra Budke den gebürtigen Neuruppiner direkt an. Sie selbst war einige Jahre Landesvorsitzende der Partei in Brandenburg. Seit 1990 engagiert sich Wolfgang Freese in der Partei und in Projekten, in Gremien und in den kommunalen Parlamenten. Ein Rückblick machte aber auch deutlich, dass dem eine sehr bewegte und bewegende Geschichte vorausgeht.
Zwei Jahre als Heizer? Das war noch zur DDR-Zeit. Das war in einer Konsumgenossenschaft. Heute macht er manchmal den DJ, dann wird auf Wunsch auch schon mal richtig eingeheizt. Eigentlich ist er ja Lehrer. Naturwissenschaftler. Pädagoge, kein Pauker, kein Einpeitscher. 1986 reichte es ihm. Bei einer Veranstaltung im Neuruppiner Museum erzählte er erst kürzlich, welche Zerreißproben mit der pädagogischen Tätigkeit in der DDR verbunden sein konnten. Er fand seinerzeit eine Aufgabe im Bereich der Fortbildung. Er fand Mängel. Das fanden die Verantwortlichen nicht so toll. Er ging. Er wurde Heizer, Und 1989 kehrte er dann, inzwischen Mitglied beim Neuen Forum, wieder in den Schuldienst zurück. Über Wendehälse und Brechreizgefühle weiß er auch einiges zu erzählen.

Gut, wenn man eine Persönlichkeit wie Wolfgang Freese hinter sich weiß.
Fotos: VHS

Budke erinnerte an Wolfgang Freeses Engagement für die FREIe HEIDe, an die Mitwirkung bei “Neuruppin bleibt bunt” und an die unterschiedlichsten Projekte in der Zivilgesellschaft. Bei Lesungen und Vorträgen sieht man ihn auch dauernd. Manchmal har er selbst Literaturtipps oder interessiert für Lesenswertes. Als Kommunalpolitiker der Bündnisgrünen engagierte er sich zum Beipiel für die kostenfreie Beförderung von Schülerinnen und Schülern. Unter den vielen Schwerpunkten nannte die Laudatorin noch das Verbot von Glyphosat auf kreiseigenen Flächen. Zurzeit macht er sich große Sorgen um die finanzielle Belastung von Geflüchteten, insbesondere als Familie mit Kindern, durch die Mieten, die der Kreis selbst verlangt. Bei der Petition für eine verbesserte Anbindung der Region durch den ÖPNV war Wolfgang Freese ebenfalls aktiv beteiligt. Und zurzeit geht es darum, wie der Seedamm sicherer gemacht werden kann für Fußgänger und Radfahrende.
Was bei solchen Würdigungen eher zu kurz kommt, ist das Private, das Persönliche. Sogar bei “die Jrünen”. Fassen wir’s einfach mit dem wohlklingenden Wort “Familienmensch” zusammen. Kein Wort von “Opa”. Und vergessen wir nicht, dass dieser langhaarige bärtige Typ, dieser “John Lennon” von Neuruppin, auch Türen öffnen kann, wenn jemand neu ist in der Fontanestadt. Einfach ein Glücksfall, dieser Mann! Den Schinkelpreis hat er auch schon erhalten.

Im Angesicht all des Lobes merkte Wolfgang Freese an, dass ohne die Unterstützung seiner Frau Anne ein soclhes Engagement nicht vorstellbar gewesen wäre.

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