Imposante Kunstausstellung in der Raiffeisenbank eröffnet
Kunst trifft Wasser: Eine bewegende Ausstellung in Neuruppin zeigt Werke zwischen Poesie, Ökologie und flüssiger Metapher.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Ein Wassertropfen, die unendlich anmutenden Weltmeere, dichter Nebel, eine Tsunamiewelle, die Wasserrechnung, eine Liebesträne – die Erde ist eine Wasserwelt. Und das Leben auf Erden wäre ohne Wasser nicht möglich – nicht nur für die Fische. Vor diesem Hintergrund sind die drei Ausstellungen in Neuruppin zum Thema “Wasser” zu betrachten.
Zahlreiche Gäste erlebten mit, wie Alexander Bandilla anlässlich der Eröffnung der Reihe in der Raiffeisenbank rhetorisch gewandt eintauchte in Poesie, Philosophie und Ökologie, als hätte er befürchtet, man könnte sich in Brandenburg beschränken auf die Lage Neuruppins am See, auf Flüsse und Bäche in der Region und bisschen schwärmen. Es gibt solche Leute.

“Wir alle sind Wasser in verschiedenen Gefäßen”, wird Yoko Ono zitiert. Der Gedanke wird von Bandilla weitergeführt: “Wir sollten uns nur noch als Gattungswesen betrachten.” Das zu sagen an einem Tag, an dem die von ihm verworfenen Leitbegriffe wie Nation oder Religion die Weltpolitik auf fatale Weise bestimmen, ist kühn. “Sich wie ein Fisch im Wasser bewegen”, präsentiert er als allegorischen Vergleich, als Lebenswunsch. Die Sache hat einen Haken. So erlebt man den Redner um Zugänge zu den Werken bemüht, von Morgenstern bis Goethe, bis der Weg hinein in die Wasserwelt der Künste freigegeben ward. Videokunst gehört auch dazu. An Gesprächsstoff war kein Mangel, das zeigte sich sofort. Irgendwo ging es auch um “Liquidität”.

Die Ausstellung ist bis zum 26. September geöffnet. Bei aller Anerkennung der Unterstützung durch das Geldinstitut, vertreten durch Thomas Gensch, sollte nicht vergessen werden, dass die Präsentation eine Notlösung ist. “Gestrandet” von lrike Hogrebe braucht Weite. Nicht anders die “Grüne Meeresschildkröte” von Sabine Ranft. Andererseits: Die Bedrängnis aller Kreaturen lässt sich auf Fluren dieser Art gut verdichten. Kunstgeschichte und Adaptionskunst kommen übrigens auch ins Spiel durch Bezug auf Friedrichs Caspar David und Monet.
Außer den Genannten sind Hendrik Schink, Susanne Krell, Heike Jeschonnek, Annett Glöckner, Geli Schulze, Anna Arnskötter und Günter Rieger an dem ersten Projekt beteiligt. Dem Redner und den Kunstschaffenden galt großer Applaus. Bei der Beköstigung durfte Wasser nicht fehlen. Ob Fontanes Wort auch für Flaschen gilt? Bandilla zitierte: “Der Tropfen will frei sein.”







