Neuruppin erhält Millionenförderung für Umbau des Rheinsberger Tors – Startschuss für ein Schlüsselprojekt der Mobilitätswende

Mit einem bedeutenden Fördermittelbescheid in Höhe von 3.107.282,84 Euro für den Umbau des Rheinsberger Tors zu einem modernen Busbahnhof sowie zusätzlichen 50.000 Euro für weitere Planungsleistungen hat das Land Brandenburg einen wichtigen Impuls für die zukünftige Stadt- und Mobilitätsentwicklung Neuruppins gesetzt. Im feierlichen Rahmen übergab Infrastrukturminister Detlef Tabbert die Bescheide an Bürgermeister Nico Ruhle und das Team der Stadtverwaltung.

Von: macron

Ein besonderer Tag für Neuruppin

Bürgermeister Nico Ruhle eröffnete die Veranstaltung mit dem Vergleich eines „Weihnachts- und Geburtstagsgeschenks zugleich“. Bürgermeister Nico Ruhle würdigte besonders die intensive Arbeit der städtischen Planungsabteilung, die mit großem organisatorischem und fachlichem Aufwand auf diesen Tag hingearbeitet habe. Die heutige Fördermittelübergabe sei daher „eine verdiente Belohnung für viele Monate engagierter Vorarbeit“. Ruhle kündigte an, dass im Anschluss an die Worte des Ministers auch die fachliche Einordnung folgen werde: Sein Kollege Juraschek aus der Stadtplanung werde erläutern, wie der gesamte Prozess bis hierher verlaufen ist, welche Erwartungen die Stadt mit dem Projekt verbindet und welche nächsten Schritte anstehen.

Entwurfsplanung Busbahnhof Rheinsberger Tor

Minister Tabbert: „Ein Projekt, das Mobilität und Lebensqualität zusammenführt“

Minister Tabbert würdigte die kontinuierlich positive Entwicklung Neuruppins und stellte die Bedeutung des neuen Projekts für die gesamte Region heraus. Er betonte:

„Wir investieren hier nicht nur in Beton und Infrastruktur, sondern vor allem in die Verbindung von Mobilität, Lebensqualität und Stadtentwicklung. Das ist ein Schritt, der vielen Menschen in Neuruppin und dem Umland zugutekommen wird.“

Mit Blick auf die geplanten Maßnahmen hob er die Bedeutung eines zeitgemäßen Bahnhofsumfelds hervor:
• bessere Verzahnung von Bus-, Bahn- und Radverkehr,
• moderne Abstellanlagen und Ladeinfrastruktur für E-Bikes,
• mehr Komfort für Pendlerinnen, Pendler und Gäste,
• sowie ein insgesamt attraktiverer Zugang zur Stadt.

Umbau startet im Herbst 2026 – Fertigstellung bis Dezember 2027

Baudezernent Jan Juraschek stellte die umfangreichen Planungen vor, die dem Projekt vorausgingen. Vom freiraumarchitektonischen Wettbewerb über breite Bürgerbeteiligung bis hin zur Einbindung klimawirksamer Maßnahmen – das neue Rheinsberger Tor wird zu einem modernen Mobilitätsknoten.
Mit der Planung und Gestaltung des neuen Busbahnhofs ist das Berliner Architekturbüro WES Landschaftsarchitektur beauftragt, das bereits den zugrunde liegenden freiraumarchitektonischen Wettbewerb für sich entscheiden konnte.

Besonders hob Juraschek die Berücksichtigung ökologischer Aspekte hervor.

„Wir schaffen hier nicht nur einen funktionalen Verkehrsknotenpunkt, sondern auch einen klimaresilienten Stadtraum. Und wir können schon heute sagen: Nach Abschluss der Arbeiten werden an diesem Ort mehr Bäume stehen als vorher“, erklärte er.

Der neue Mobilitätsknoten umfasst unter anderem:

  • sechs Bushaltestellen,
  • rund 130 überdachte Fahrradstellplätze,
  • 20 Fahrradboxen, davon zehn mit Ladefunktion,
  • zeitgemäße Wartebereiche und Sitzgelegenheiten,
  • eine moderne WC-Anlage,
  • klimaresiliente Bepflanzung nach Schwammstadt-Prinzip,
  • sowie eine insgesamt deutlich verbesserte Aufenthaltsqualität.
  • Der Baustart ist für September 2026 vorgesehen, die Fertigstellung bis Ende 2027.

Zweiter Förderbescheid eröffnet neue Perspektiven für die Rheinsberger Vorstadt

Nico Ruhle würdigte besonders die intensive Arbeit der städtischen Planungsabteilung, die mit großem organisatorischem und fachlichem Aufwand auf diesen Tag hingearbeitet habe. Auf dem Bild das Team von links nach rechts Kevin Pawelcyk, Tobias Fischer, Nico Ruhle, Markus Schur, Jan Juraschek, Jonas Langenberg, Matthias Engel (Fotos: macron)

Mit den zusätzlichen 50.000 Euro wird die Stadt weitere Untersuchungen zur Entwicklung der Rheinsberger Vorstadt finanzieren können – einem 95 Hektar großen Areal, das künftig vielfältige städtebauliche Möglichkeiten bietet.
Die Vision reicht von neuen Wohnflächen über touristische Angebote bis hin zu verbesserten Grün- und Wegeverbindungen sowie der Aufwertung kultureller und sportlicher Orte.

Unterstützung auch für den Halbstundentakt des RE6

Am Rande der Veranstaltung kam es zu einem kurzen Austausch mit Minister Tabbert. In diesem Rahmen wurde dem Minister erneut die Petition für einen Halbstundentakt des RE6 mit alternierender Streckenführung über Löwenberg übergeben.
Tabbert ging auf das Anliegen ein und machte deutlich, dass ein verlässlicher und dichterer Takt im Regionalverkehr für die gesamte Region von großer Bedeutung ist. Er verwies darauf, dass entsprechende Schritte sorgfältig mit allen beteiligten Partnern geprüft und weiterverfolgt würden.

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Ein Kommentar

  1. Danke für den Artikel. Ich finde es sehr gut, wie es der Verwaltung gelingt die Gelder über Förderungen für wichtige Infrastrukturprojekte einzuwerben.
    Leider finde ich auf der Website der Stadtverwaltung, die ja die Bürgerbeteiligung (in Projekten) wichtig findet, keine Informationen, Planungsunterlagen oder dergleichen. Möglicherweise ist es mit den Suchbegriffen Umgestaltung Rheinsberger Tor oder Rheinsberger Tor auch von mir dort falsch gesucht, da kommt nur eine lange Liste mit dem Töpfermarkt Rheinsberg…, bzw. unter Stadtplanung oder
    Mehr Bäume als vorher und Schwammstadt sind interessante Aussagen, ich wüßte gerne was konkret dort passieren soll. Hoffentlich ist die Aussage „mehr Bäume als vorher“ nicht als eine vorauseilende Nachricht platziert, um die Fällung dort bisher stehender Bäume zu rechtfertigen.
    Wie wird die Versiegelung minimiert, welche Aufenthaltsqualitäten entstehen im Umfeld (Bänke, Springbrunnen) des Ortes, der ja auch als Ort der Verbindung vom See bis zu den Wallanlagen wichtig ist.
    Vielleicht kann jemand einen Hinweis geben, wo die Planungen online einsehbar sind?
    Und gibt es Hinweise auf die frühzeitige Einbindung der Einwohnerschaft für die Entwicklung der Rheinsberger Vorstadt?

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