Rheinsberg: Petition zur Rettung des Tucholsky-Museums an Bürgermeister übergeben

Mit 2899 Unterschriften setzt Rheinsberg ein deutliches Zeichen: Das Tucholsky-Museum soll bleiben. Trotz der wiederholten Beteuerungen des Bürgermeisters verzögert sich die Übernahme durch den Landkreis seit Jahren – und damit auch die dringend benötigte Neubesetzung der wissenschaftlichen Leitung. Für viele Unterstützerinnen und Unterstützer steht fest: Die Zukunft des bundesweit einzigartigen Literaturmuseums darf nicht länger aufs Spiel gesetzt werden.

Von: macron

Am 16. Dezember 2025 wird im Rathaus Rheinsberg ein deutliches Zeichen für den Erhalt des Tucholsky-Museums gesetzt: Die Petition „Rettet das Tucholsky-Museum in Rheinsberg“ mit 2899 Unterschriften wird offiziell an den Bürgermeister überreicht. Unterstützt wurde die Initiative von Einheimischen, Touristen, Kulturinteressierten sowie zahlreichen renommierten Literaturschaffenden aus ganz Deutschland.

Ein kleines Museum mit großer Bedeutung

Für Michael Kellner, Bundestagsabgeordneter aus Brandenburg, zeigt der breite Zuspruch die überregionale Relevanz des Hauses:
„Ein großartiger Erfolg für ein kleines Haus in einer kleinen Stadt, der deutlich macht, welch überregionale Bedeutung dem bundesweit einmaligen Tucholsky-Literaturmuseum zukommt. Die Petition ist auch eine Aufforderung an die Stadt Rheinsberg, das Museum zu stärken und nicht herunterzuwirtschaften.“

Seit rund 20 Jahren ist das Museum im Blaubuch der Bundesregierung als „kultureller Gedächtnisort mit nationaler Bedeutung“ gelistet. Doch die Lage hat sich in den vergangenen Jahren zugespitzt: 2023 wurde es vom Deutschen Kulturrat auf die Rote Liste bedrohter Kultureinrichtungen gesetzt.

Streit um die Verantwortung

Offiziell betont der Bürgermeister immer wieder, das Museum erhalten zu wollen. Gleichzeitig verzögert sich jedoch seit über zwei Jahren die geplante Übernahme der Einrichtung durch den Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Dadurch bleibt auch die Neubesetzung der wissenschaftlichen Leitung blockiert.

Wolfgang Freese, Mitglied des Kreistags OPR, äußert deutliche Zweifel an der Verlässlichkeit der Stadtverwaltung:
„Immer wieder werden angeforderte Unterlagen nicht übersandt und Vereinbarungen mit dem Kreis nicht eingehalten. Ich bezweifle mittlerweile, dass es die Stadt ernst meint mit dem Erhalt des Museums.“

Öffentliche Übergabe mit prominenter Unterstützung

Die Petition wird am 16. Dezember 2025 um 16:30 Uhr im 1. Obergeschoss des Rathauses (Seestraße 9) übergeben. Vor Ort sein werden unter anderem:

  • Annette Leo, Historikerin und Publizistin
  • Stefanie Oswalt, Autorin und Historikerin
  • Bernd Brüntrop, Vorstand der Kurt Tucholsky-Gesellschaft
  • Wolfgang Freese, Mitglied des Kreistags
  • Petra Hanf, Initiatorin der Petition

Die Initiator*innen hoffen, dass die Aktion den politischen Druck erhöht und das Museum endlich die stabile Perspektive erhält, die viele Kulturinteressierte seit Jahren einfordern.

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