Tucholsky Gedenktafel in Berlin Moabit Von OTFW, Berlin – Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24518384
Politische Einflussnahme und Kritik an Bürgermeister Schwochow
Politische Einflussnahme, Kulturproteste und Verleumdungsprozess gegen Bürgermeister Schwochow.
Von: macron
Das Tucholsky-Museum in Rheinsberg, einst eigenständige Forschungs- und Gedenkstätte für den antifaschistischen Schriftsteller Kurt Tucholsky, steht unter massiver politischer und organisatorischer Veränderung. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Leiters Dr. Peter Böthig wurde die Direktorenstelle nicht nachbesetzt – offiziell aus Kostengründen – und das Museum dem städtischen Amt für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung unterstellt, das in der Kritik steht, rechte Einflussnahme zuzulassen. Trotz der Einstellung des Literaturwissenschaftlers Peter Graf bleibt das Haus weisungsgebunden und damit anfällig für politische Kontrolle.
Bundesweite Kulturinstitutionen, darunter die Akademie der Künste, haben bereits ihre Zusammenarbeit ausgesetzt. Kritiker werfen Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) vor, die Übernahme des Museums durch den Landkreis verschleppt zu haben. Brisant: Schwochow steht derzeit auch wegen eines laufenden Verleumdungsprozesses im Fokus der Öffentlichkeit.
Die Initiatoren eines offenen Briefs, darunter zahlreiche Träger des Kurt-Tucholsky-Preises, fordern die Rückkehr zu einer unabhängigen Leitung, um Tucholskys Erbe als kritische Stimme der Demokratie vor politischer Einflussnahme zu schützen.
