Brauchen die Störche etwa auch eine Art Willkommenskultur?

Nichts los im Storchennest unweit der Autobahn. Ob das am Lärm, an der Luft und an den Windkraftanlagen liegt? Dann müsste das Nest in Walsleben eigentlich auch unbesetzt sein. Doch das ist nicht der Fall. Es bleiben Rätsel. Die Störche selbst reden nicht. Höchstens körpersprachlich.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

“Zum Storchennest” heißt es gastfreundlich an einem Häuschen in Walsleben. Eine gleichnamige Straße gibt es in Darritz-Wahlendorf. Und siehe da, auch da sitzt wer oder steht und sieht sich um, ob Gefahr naht. Und in Bechlin, dem Ortsteil von Neuruppin? “Trabinest” nennt man die Attraktion an der viel befahrenen Straße. Und was, wenn ein Storch allergisch ist gegen Politisierung? Es gab ja das Gerücht, die deutschtümelnde AfD-Jugend wolle nicht den Adler zum Leittier machen, sondern den Storch – familienhalber. Als Kinder mehrheitlich noch an den Storch glaubten als Bringdienst, soll die Geburtenrate deutlich besser gewesen sein, zumindest in der sogenannten BRD mit seinen Franken und Ostfriesen, seinen Badensern und seinen Helgoländern. Und der Trabant war ja auch ein Familienauto. Nicht nur der Käfer, der sich gegenüber dem Pappkameraden Jahrzehnte lang überlegen dünkte und dabei gern vergessen machen wollte, dass Adolf Hitler schon 1934 bemüht war, die “Volksgemeinschaft” in Bewegung zu bringen. Nur Panzer bauen, das wäre zu leicht zu durchschauen gewesen.


Einfach einladend für alle Welt: “Zum Storchennest” in Walsleben.

Konkrete demografische Storchenortszahlen stehen leider nicht zur Verfügung. Auch nicht im Hinblick auf das Storchendorf Linum, den Ortsteil von Fehrbellin. Da sind Störche Kult. Und Markenzeichen. Man möchte vermutlich nicht immer nur mit der Schlacht bei Fehrbellin im Jahre 1675 in Verbindung gebracht werden.
Nur gut, dass auf der Arche Noah noch Platz war. Oder brauchten die schlanken Langstreckenflieger gar kein Schiff als Zugvögel? Ein verändertes Klima dürfte auch Flugbewegungen am Himmel verändern. Vieles wirkt unbedacht unter Gottes Himmel.

Unter den ersten Adressen: “Zum Storchennest” in Darritz-Wahlndorf.
Fotos: VHS

Dass Störche auch in Bechlin eigentlich willkommen wären und ein Nest fänden, nicht nur Bretterwerk, soll in einem Text aus Froschperspektive nicht in Frage gestellt werden. Apropos Frosch: Vielleicht hülfen Leckerbissen, Froschschenkel oder Feldmauszunge, eben etwas, was Störche zu oft vemissen müssen. Oder bloß Gequate und Gepiepse mit elektronischen Mitteln, so wie man in Pekings Stadtparks Vogelgesang imitiert? In China würde man vielleicht mit Pappstörchen Natur nachbilden, natürlich mit KI bestückt. Importiert könnten wir uns in Deutschland damit illusionieren. Den Storch imaginieren. Aber die Nachkommenschaft!!!

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