Die Kulturkirche – als Veranstaltungort weit über Neuruppin hinaus bekannt.
Brände waren in den Städten früherer Jahrhunderte in den deutschen Landen keine Seltenheit. In Neuruppin kam es im August 1787 zu einer Katastrophe. Und das an einem Sonntag. Stark zerstört wurde dabei auch die evangelische Hauptkirche. Die neu erbaute Pfarrkirche St. Marien wurde am 23. März 1806 geweiht. 220 Jahre später wird in der Kirche St. Trinitatis an die Entwicklung erinnert.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
In den Jahren 1460, 1465, 1474 und 1475 brannte es. Im folgenden Jahrhundert nur zweimal. Dann sind sieben Feuer notiert und im 18. Jahrhundert drei. Was genau als Stadtbrand erfasst wurde, weiß der Himmel. Unumstritten ist, dass die Brandkatastrophe vom 1787 apokalyptisch gewirkt haben muss. Eine sehenswerte Ausstellung in der Kirche St. Trinitatis ist der Entwicklung und der Neugestaltung auf dem heutigen Kirchplatz gewidmet – von der Zerstörung von 1787 über den veränderten Wiederaufbau samt sakraler Widmung im März 1806 bis zur Umwidmung zur profanen Kulturkirche Anfang des 21. Jahrhunderts. Womöglich wegweisend für andere Städte und Gemeinden…

Fotos: VHS
Über die Möglichkeiten und Grenzen des Hauses als Spielstätte gibt es sehr unterschiedliche Meinungen – sicherlich auch aus Künstlerkreisen. Unumstritten ist die große Resonanz bei besonderen Events. Die aspektreiche Ausstellung kann man architekturgeschichtlich betrachten, große Namen inklusive, die Kirchen- und Gemeindegeschichte spiegelt sich wider und es wird erkennbar, wie viel Platz die Zeitungen für das Gotteshaus hatten – sogar im Jahr 1937, also in der NS-Zeit.
Basisinformationen bietet ein Text von Maria Döring. Altarmotive werden als Reproduktion wiedererkennbar. Präsentiert wird Gestühl von der Empore. Leihgaben machen es möglich, eine Trompete vom Turm und andere Requisiten in einer Glasvitrine zu zeigen. Frische Zeichnungen von Cornelia Felsch führen in die frühere Geschichte des Gotteshauses. Betrachtung und Lektüre nehmen als Ganzes eine Weile in Anspruch. Kurz vor einem Gottesdienst oder einem Konzert könnte die Zeit nicht reichen. Aber die Tür der Klosterkirche steht ja auch zu anderen Zeiten allen Menschen offen.
