“Die Muse im Idyll” – Silke Thals Werke und Projekte locken weit hinaus

Vom Rheinsberger Musenhof ist oft die Rede, wenn es um Prinz Heinrich und sein Wirken an diesem Ort geht, der seine idyllischen Seiten hatte und hat. Im Jahr des 300. Geburtstages wird die Künstlerin Silke Thal mit ganz unterschiedlichen Projekten beteiligt sein. Die am 6. Juni mit einer Vernissage eröffnete Ausstellung zahlreicher Werke wird in der Remise bis zum 6. September 2026 präsentiert. Das Motto: “Die Muse im Idyll”.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Zahlreiche Gäste waren zur Vernissage erschienen – sehr zur Freude von Ellen Krukenberg, der Amtsleiterin für Kultur und Tourismus, und natürlich auch der Künstlerin. Mit der Begrüßung war schon der Hinweis verbunden, dass es im Verlauf der Präsentationszeit der Werke von Silke Thal zehn Workshops geben werde. Ein Raunen machte die Runde. Respekt! Was ein Mit-Mal-Konzert ist, sollte später in der Remise durch Teilnahme oder Betrachtung klar werden. Die musikalische Besetzung hatte kurzfristig noch geändert werden müssen. Kein Problem, so Silke Thal: “Wir improvisieren gerne.”

Karin Niemann und Silke Thal vor der Veranstaltung in der Remise.

Klar, wenn man sich von den Musen geleitet und beschützt weiß wie diese wunderbare Künstlerin. Karin Niemann vom Vorstand des KUK Rheinsberg gab ein paar informationen zum künstlerischen Werdegang der gebürtigen Berlinerin und machte aus ihrer Bewunderung kein Geheimnis – gerade wegen der Vielfalt der künstlerischen Mittel, der Motive und Methoden. LivePainting ist nur ein Stichwort, die Anlässe sind vielfältig, die Ergebnisse ausdrucksstark und doch nie aufdringlich, etwa wenn ein Konzert ins Bild gerückt wird oder nur ein Solist mit Saxophon. Die Ausstellung bietet klangvolles Anschauungsmaterial.

Künstlerisches Spiel mit einem Rheinsberger Popartprofil im Musenidyll.
VHS

Es ist erst ein paar Tag her, da drohte eine Touristin in Neuruppin den Anschluss an ihre Gruppe zu verlieren, weil sie noch schnell ein Werk aus der Edition Rieger kaufen musste, für dessen künstlerische Gestaltung Silke Thal verantwortlich zeichnet. Von irgendwelchen “Birnen” war die Rede. Günter Rieger selbst sprach auch zur Eröffnung und beklagte gleich zu Beginn einen Verlust. “Einfach Liebe”, ein Frühwerk von Silke Thal, das auch Gedichte aus ihrer Feder enthält und nur in kleiner Auflage erschienen war, sei nicht mehr aufzufinden. Es war kein Witz: “Ich habe meine Liebe verloren.” Einem Motto wie “Die Muse im Idyll” mochte Rieger durchaus folgen, aber vor allem, weil eher von Miseren und Sorgen zu sprechen wäre beim Blick auf die Welt. Idyllisches müsse man suchen, so wie er selbst auf der Herfahrt. Bei Köpernitz am Kleinen Rhin, da war was. Sike Thal würde das Wasser malerisch fließen lassen, eben als Aquarell. Sie kann ja sogar pure Luft zum Bild werden lassen, verborgene Gefühle und jede Art Atmosphäre.
Die weit ausgreifende Werkschau mit Motiven auch aus der Preußenwelt mit Protagonisten wie Friedrich der Große und Prinz Heinrich fand schon am ersten Tag großes Interesse. Zur Finissage wird am 6. September 2026 eingeladen, Beginn ist um 12 Uhr. Ab 16 Uhr gibt’s eine Jamsession. Man ahnt, wie Silke Thal daran beteiligt sein wird. Sie setzt auf mitmalende Gäste und deren Motivation. An Motiven wird kein Mangel sein.

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