Schinkelpreisverleihung 2026: Viel Lob für Preisträger Jan Mende

Fünf Vorschläge hatte es gegeben für den von der Stadt Neuruppin alle fünf Jahre vergebenen Schinkel-Preis. Fünf Experten bildeten die Jury. Ein Kandidat wurde ausgewählt: Dr. Jan Mende. Zahlreiche Gäste erfuhren anlässlich der von der Formation Easy Over musikalisch eingerahmten Preisverleihung in der Kulturkirche, was die Juroren zu ihrer Entscheidung kommen ließ.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Als Vorsitzende der Jury hob Anna Marie Pfäfflin hervor, dass der Berliner Kunsthistoriker Jan Mende über hohe Sachkompetenz verfüge, einem offenen Wissenschaftsbegriff folge, also nicht Ideologien oder bloßen Idealen, und die Fähigkeit besitze, die Ergebnisse seiner unterschiedlichen Studien wirksam zu vermitteln. Die jüngste Publikation zu Schinkel war nicht die erste. “Karl Friedrich Schinkel – Großer Künstler, “einsame Seele”? liegt inzwischen in der 2. Auflage vor. Am Tisch der Fontane-Buchhandlung konnte das großartige Werk erworben werden, in dem die Lesenden dem Sohn Neuruppins auf ganz unterschiedliche Weise wirklich näher kommen, Bildmaterial inbegriffen.

Strahlende Gesichter: Anna Marie Pfäfflin, Nico Ruhle, Jan Mende und Wolfgang Augustyn.

Als Laudator ging Professor Dr. Wolfgang Augustyn nicht gerade ausführlich auf dieses Buch ein. Schinkel selbst galt zunächst sein Hauptaugenmerk, als wäre der zu prämieren. Den Wirkungskreis Preußen habe er als Architekt geprägt. Und noch viel mehr. Und nachhaltig und nachhallend bis heute. Der Jury wurde eine gut begründete Entscheidung bescheinigt. Augustyn listete die unterschiedlichsten Publikationen Mendes auf und sparte nicht mit Lob für den überaus emsigen Kollegen.
Das Wort vom Universalgenie Schinkel fiel an diesem Tag mehrfach. Mende geht es mehr um den Menschen, ohne dass er menschelt. Die Verdienste bestreitet er nicht. Aber die Schwächen eben auch nicht. Der Ausgezeichnete ließ keinen Zweifel daran, dass ein Architekt wie Schinkel heute in Zeiten von Teamwork, harter Konkurrenz und Projektorientierung an Grenzen stoßen würde. “Jähzornig und bockig”, das gehe gar nicht. Mendes Respekt für Karl Friedrich Schinkel als Mensch seiner Zeit ist davon unabhängig. Mehr zum begeisterungsfähigen Visionär Schinkel und seinem Seelenleben im Buch, auch zur riesigen Wohnung ganz oben im Haus seiner Bauakademie…

Mit Humor und Sachverstand: Jan Mende am Redepult.
Fotos: VHS

Dem Preisträger, der schon zu Beginn von Bürgermeister Nico Ruhle herzlich begrüßt worden war, galt der Applaus des Publikums. Beim anschließenden Stehempfang der Stadt Neuruppin konnten die Menschen ins Gespräch kommen, auch mit Jan Mende, der aus Berlin zu berichten wusste, dass Institutionen und Organisationen auch dort das Jahr 2031 als Schinkel-Jahr ins Visier genommen haben. Als Leiter des Museums Knoblauchhaus ist er selbst beteiligt. Und hat auch Schinkel zu bieten. Geschickt, wie er mit Humor zum Besuch lockte. Und er vergaß nicht, seiner Gattin zu danken.
Nicht allein Moderator Mario Zetzsche konnte zufrieden sein. Auch seitens der Schinkel-Gesellchaft hörte man positive Worte über die diesjährige Preisverleihung, wohlwissend, dass viel ehrenamtliche Arbeit verbunden sein wird mit Schinkel250. Ob Neueintritte verbucht werden konnten, war so schnell nicht zu erfahren von Vorstandsmitglied Otto Wynen, der selbst auch zur Jury gehörte.

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