Im Herzen der Gemeinde: die Schinkelkirche zu Glienicke.
In dem Werk “Schinkels Idealbau einer evangelischen Dorfkirche” präsentiert Ute Kegel auch die Schinkelkirche in Glienecke. Ein kleines Foto zeigt nicht eben ein Schmuckstück. Eher das Gegenteil. Inzwischen ist viel geschehen. Sollte seitens der Schinkel-Gesellschaft für’s Jubiläumsjahr 2031 eine Kirchenrundfahrt durch die Region konzipiert werden, wäre man in Glienicke gut vorbereitet.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Ute Kegel stellt als Saarländerin das Oktogon von Bischmisheim in den Mittelpunkt. Die Dreifaltigkeit wird durch das Achteck nicht in Frage gestellt. Vielmehr sieht die Autorin – mit Schinkel – im Kreis die Symbolik der Gottesherrlichkeit. Hamonisch, zentrisch, unendlich. Verschwiegen wird nicht, dass Sparsamkeit von den Architekten in preußischen Landen und von der Genehmigungsbehörde in Berlin gefordert war. Insbesondere ein frei stehender Kirchturm würde teuer werden, wie es in einem Schreiben aus Berlin vom 7. März 1814 in Bezug auf einen Entwurf für Glienicke heißt. Schon lange erinnert man mit dem Schinkelplatz an den Sohn Neuruppins. Heute gehört man zum Landkreis Ostprignitz Ruppin.

Fotos: VHS
Was das Gemeindeleben ausmacht, sei hier zunächst in den Hintergrund gerückt. Wohl aber kann davon berichtet werden, dass das Gotteshaus sehr gut besucht war, als der Zaatzker Chor eingeladen hatte, um das zehnjährige Bestehen mit einem Konzert zu feiern. Zaatkze und Heiligengrabe sind eng verwoben. Kirchenlied und Volkslied, Liebesbekundung und Welterkundung auf See – ein bunter Strauß von Melodien erfreute das Auditorium in Glienicke.
An den nahegelegenen Autobahnen A 19 und A 24 gibt es keinen Hinweis auf das Kleinod in Glienicke. Womöglich wird die Idylle im Jahr 2031 öfter gestört, da man sicher auch in Berlin umfassend an Leben und Werk von Karl Friedrich Schinkel erinnern wird. Eine Fahrt nach Bischmisheim nur wegen des Gotteshauses wäre wohl doch ein bisschen zu viel des Guten. Schinkel selbst hätte zu Lebzeiten sicher ein paar Kulturreisestationen sinnvoll kombiniert, so dass sich später trefflich davon berichten ließe.
