Wann kommt der Halbstundentakt ? Installation im Skulpturenpark Wuppertal Foto: macron
Der RE6 wird zum Symbol für gebrochene Versprechen: Trotz 1600 Unterschriften und funktionierender Übergangslösung lehnt das Land eine schnelle Verbesserung ab.
Von macron
Es ist nicht nur der Wunsch nach einer besseren Verbindung. Es ist die Geschichte dahinter, die viele in der Region wütend macht. Der Halbstundentakt für den RE6 sollte längst Realität sein. Versprochen, angekündigt, immer wieder verschoben. Jahr für Jahr. Und jetzt soll es plötzlich irgendwann in den 2030ern so weit sein. Vielleicht.
In dieser Situation war der Runden Tisch mehr als nur ein Gesprächsformat. Er war ein Hoffnungsschimmer. Eingeladen von Landrat Ralf Reinhardt, der sich seit Jahren für genau diesen Takt stark macht. Der Druck macht, der Themen setzt, der die Region hörbar macht. Dort wurde nicht nur diskutiert, dort wurde gearbeitet – an Lösungen, die zumindest für die Übergangszeit greifen könnten. Eine zusätzliche Verbindung, pragmatisch gedacht, vergleichsweise schnell umsetzbar.
Und dann kommt die Antwort aus Potsdam und vom Verkehrsverbund: Nein.
Begründet, durchgerechnet, eingeordnet – aber am Ende eben doch ein Nein. Weil es nicht ins Gesamtsystem passt. Weil andere Linien betroffen sind. Weil langfristige Planungen Vorrang haben. Alles Argumente, die man verstehen kann. Aber die sich für viele wie eine kalte Dusche anfühlen.

Foto: Anna Cron
Denn gleichzeitig wissen die Menschen hier: Es hat doch funktioniert. Über Monate. Direkt, ohne Umstieg, spürbar besser. Und genau deshalb fällt es schwer zu akzeptieren, dass selbst eine abgespeckte, zusätzliche Verbindung keine Chance bekommt.
Besonders nachdenklich machen in diesem Zusammenhang die Worte des Neuruppiner Bürgermeisters Nico Ruhle beim Runden Tisch. Er hat offen ausgesprochen, was viele denken: Wenn sich Bürger nicht gehört und wahrgenommen fühlen, bleibt das nicht ohne Folgen. Politische Folgen.
Das ist keine Drohung, sondern eine nüchterne Beobachtung. Wer beteiligt wird, erwartet auch, dass seine Anliegen ernsthaft geprüft werden – und nicht am Ende an einer Systemlogik scheitern, die vor Ort niemand so richtig nachvollziehen kann.
Der Landrat Ralf Reinhardt steht dabei auf der Seite der Region. Er hat das Thema auf die Agenda gebracht, er hat den Dialog organisiert, er fordert Lösungen. Aber entscheiden kann er nicht. Die Entscheidung fällt im Land. Und genau dort entsteht gerade der Eindruck, dass die große Linie wichtiger ist als die konkrete Lebensrealität der Menschen vor Ort.
1600 Unterschriften sind kein Randthema. Sie sind ein klares Signal. Genauso wie die Erfahrungen der letzten Monate. Wer das ignoriert, riskiert mehr als nur Unmut.
Er riskiert Vertrauen.
Und Vertrauen lässt sich nicht im Halbstundentakt zurückgewinnen.

Haben sich zu den Thema eigentlich Fr. Papenbrock oder Hr. Steinecke geäußert?
CDU und Bündins 90/ Die Grünen hatten die Petition unterstützt, von allen anderen Parteien habe ich nichts gehört.