RE6-Umleitung über Löwenberg: Pendler profitieren – Diskussion über dauerhafte Lösung

Die Umleitung des Prignitz-Express über Löwenberg funktioniert offenbar besser als erwartet. Pendler profitieren von der direkten Verbindung nach Berlin – gleichzeitig intensiviert sich die Diskussion über eine dauerhafte Lösung für die Bahnanbindung der Region. Runder Tisch am 09.03.2026 soll Klarheit bringen.

Von macron

Die derzeitige Umleitung des Prignitz-Express (RE6) über Löwenberg und Oranienburg sorgt in der Region für neue Diskussionen über die künftige Bahnanbindung Neuruppins an Berlin. Während die Streckenführung ursprünglich nur als Übergangslösung während Bauarbeiten gedacht war, zeigen die bisherigen Erfahrungen ein überwiegend positives Bild.

Seit August wird der RE6 wegen Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Neuruppin und Kremmen über Löwenberg nach Berlin-Gesundbrunnen geführt. Damit bleibt die direkte Verbindung nach Berlin auch während der Bauphase erhalten. Nach aktuellen Planungen soll diese Umleitung noch bis voraussichtlich Ende April bestehen bleiben.

Nach Angaben der Bahn und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) funktioniert der Betrieb stabil. Die Pünktlichkeitsquote des RE6 lag im Jahr 2025 bei rund 85,7 Prozent, in einzelnen Monaten sogar deutlich darüber. Damit zeigen sich die befürchteten größeren Verspätungen auf der eingleisigen Strecke zwischen Löwenberg und Neuruppin bislang nicht.

Auch vor Ort wird die Umleitung deutlich wahrgenommen. Der Bahnhof Löwenberg wird stärker genutzt als zuvor, insbesondere in den Hauptverkehrszeiten durch Pendler aus der Region. Aus Sicht der Kommunalpolitik verbessert die zusätzliche Verbindung die Erreichbarkeit der Hauptstadt und steigert zugleich die Attraktivität der Region als Wohn- und Arbeitsstandort.

Gleichzeitig gibt es aber auch kritische Stimmen. Einige Anwohner entlang der Strecke berichten von einer höheren Lärmbelastung durch den zusätzlichen Zugverkehr und fordern im Falle einer dauerhaften Nutzung bessere Schutzmaßnahmen.

Die Diskussion über eine mögliche langfristige Lösung gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil sich der geplante Ausbau der Stammstrecke zwischen Neuruppin und Kremmen verzögert. Ursprünglich war vorgesehen, dort zusätzliche Ausweichstellen zu bauen, um künftig einen Halbstundentakt zwischen Neuruppin und Berlin zu ermöglichen. Inzwischen wird jedoch davon ausgegangen, dass diese Maßnahmen frühestens um das Jahr 2030 umgesetzt werden können.

Vor diesem Hintergrund wird in der Region darüber diskutiert, ob der RE6 zumindest vorübergehend weiterhin über Löwenberg und Oranienburg nach Berlin fahren könnte. Auch alternative betriebliche Lösungen – etwa zusätzliche Regionalbahnverbindungen – werden derzeit geprüft.

Zu diesen Fragen tauschen sich Vertreter von Bahn, Verkehrsverbund, Landesregierung und Kommunalpolitik bei einem Runden Tisch in Neuruppin aus. Ziel ist es, Möglichkeiten für eine bessere Bahnanbindung der Region an die Hauptstadt zu finden, bis der geplante Ausbau der Strecke umgesetzt werden kann.

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