Petition zur RE6-Verbindung: Landtag beendet Verfahren – viele Fragen bleiben offen

Der Petitionsausschuss des Landtages Brandenburg hat die Petition zur Verbesserung der Regionalbahnverbindung RE6 zwischen Berlin und der Region Ostprignitz-Ruppin abgeschlossen. In seiner Antwort verweist der Ausschuss vor allem auf begrenzte finanzielle und infrastrukturelle Ressourcen sowie auf langfristige Ausbauprojekte im Rahmen des Infrastrukturprogramms „i2030“.

Von: macron

Für viele Bürgerinnen und Bürger der Region bleibt diese Antwort jedoch unbefriedigend.

Die Bahnverbindung des sogenannten Prignitz-Express ist eine der wichtigsten Pendlerachsen im Nordwesten Brandenburgs. Tausende Menschen aus Neuruppin, Wustrau, Rheinsberg, Wittstock und der gesamten Region nutzen die Verbindung regelmäßig, um zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Studium nach Berlin zu gelangen.

Gerade für eine strukturschwächere Region wie Ostprignitz-Ruppin ist eine leistungsfähige Bahnverbindung von zentraler Bedeutung. Sie entscheidet nicht nur über die tägliche Mobilität der Pendler, sondern auch über die Attraktivität der Region als Wohn- und Wirtschaftsstandort.

Die Petition zielte deshalb insbesondere auf eine Verbesserung des Angebots im Regionalverkehr – vor allem auf eine dichtere Taktung und eine bessere Anbindung an Berlin.

Die Antwort des Landtages bleibt jedoch vage. Statt konkrete Verbesserungsmöglichkeiten zu benennen, verweist der Petitionsausschuss vor allem auf langfristige Infrastrukturmaßnahmen. Viele dieser Projekte sollen frühestens in den 2030er Jahren umgesetzt werden.

Für Pendlerinnen und Pendler, die heute täglich auf die Bahn angewiesen sind, löst diese Perspektive jedoch nicht die bestehenden Probleme.

Auch bleibt unklar, ob alternative Betriebskonzepte überhaupt ernsthaft geprüft wurden. In der Stellungnahme wird lediglich pauschal darauf verwiesen, dass ein dichterer Takt Auswirkungen auf andere Linien haben könnte. Eine transparente Darstellung möglicher Varianten oder kurzfristiger Verbesserungsmöglichkeiten findet sich jedoch nicht.

Damit entsteht der Eindruck, dass das Anliegen der Petition zwar formal behandelt wurde, eine vertiefte inhaltliche Prüfung möglicher Lösungen jedoch nicht erfolgt ist.

Besonders kritisch sehen viele Beobachter dabei den Widerspruch zwischen den politischen Zielen des Landes Brandenburg und der tatsächlichen Entwicklung im Regionalverkehr. Während die Landespolitik regelmäßig betont, den ländlichen Raum stärken und mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene verlagern zu wollen, bleibt eine der wichtigsten Bahnverbindungen im Nordwesten Brandenburgs weiterhin deutlich hinter ihrem möglichen Potenzial zurück.

Am kommenden Montag, dem 09. März 2026, soll nun ein Runder Tisch stattfinden, bei dem Vertreter aus Politik, Verwaltung und Verkehrsorganisationen über die Situation beraten.

Viele Bürgerinnen und Bürger der Region hoffen, dass dort nicht nur erneut über langfristige Planungen gesprochen wird, sondern endlich auch konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für den täglichen Pendlerverkehr diskutiert werden.

Denn eines ist klar: Eine leistungsfähige Bahnverbindung zwischen Berlin und der Region Ostprignitz-Ruppin ist keine Luxusforderung – sie ist eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Region.

Auch interessant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert