RE6: Seniorenbeirat unterstützt Forderung nach zeitnahem Halbstundentakt

Der Neuruppiner Seniorenbeirat unterstützt die Forderung die Forderung, den RE6-Halbstundentakt zeitnah zu realisieren.“. Auch eine Unternehmensbefragung der Regionalentwicklungsgesellschaft belegt, wie wichtig bessere Bahnverbindungen für die Region sind. Unterdessen hat Landrat Ralf Reinhardt mit Verkehrsminister Robert Crumbach gesprochen – öffentlich bekannte Zusagen stehen weiter aus.

Von macron

In der Sitzung des Neuruppiner Seniorenbeirats am 16. September gab es ein eindeutiges Votum für die Unterstützung eines offenen Briefes zur zeitnahen Realisierung des Halbstundentaktes. Dabei wurde auch die dringende Notwendigkeit einer besseren Anbindung an Berlin und Oranienburg deutlich. Die Forderung nach einem verlässlichen und dichteren Bahnangebot erhält damit weiteren Rückhalt.
Für ältere Menschen geht es bei guten öffentlichen Verkehrsverbindungen um die Möglichkeit, selbstständig mobil zu bleiben. Arztbesuche, familiäre Kontakte und die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben dürfen nicht davon abhängen, ob jemand ein Auto besitzt oder gefahren werden kann. Verlässliche Anschlüsse und kürzere Wartezeiten haben deshalb eine Bedeutung, die über den täglichen Berufsverkehr hinausreicht.

Wie groß der Handlungsbedarf beim RE6 ist, beschreibt auch die MAZ in ihrem Bericht vom 16. September. Demnach lag die Pünktlichkeit zuletzt bei lediglich 66 Prozent. Ausfälle, Störungen und fehlendes Personal machen die Verbindung für viele Pendler zur Belastung. Nach einer vom Blatt angeführten Auswertung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg gehört der RE6 zu den schlechtesten Bahnlinien des Landes.

Wir brauchen wie Brandenburg an der Havel oder Frankfurt (Oder) mehrfach in der Stunde eine Verbindung ohne Umsteigen in die Berliner Innenstadt

Landrat Ralf Reinhardt

Landrat Ralf Reinhardt hat deshalb das Gespräch mit Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach gesucht. „Wir brauchen wie Brandenburg an der Havel oder Frankfurt (Oder) mehrfach in der Stunde eine Verbindung ohne Umsteigen in die Berliner Innenstadt“, zitiert ihn die MAZ. Reinhardt erklärte am 14. September, die Bedeutung des Prignitz-Expresses für die Region sei in Potsdam angekommen. Was das als konstruktiv bezeichnete Gespräch konkret ergeben hat, bleibt allerdings offen: Beide Seiten vereinbarten laut MAZ Stillschweigen. Ein verbindlicher Zeitplan für den seit Jahren vorgesehenen Halbstundentakt zwischen Neuruppin und Hennigsdorf wurde nicht bekannt.

Der RE 6 auf dem Weg nach Löwenberg
Foto: macron

Dass bessere Bahnverbindungen auch für die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend sind, zeigt eine bereits im Dezember 2025 veröffentlichte Untersuchung der Regionalentwicklungsgesellschaft Ostprignitz-Ruppin (REG). Für die Onlinebefragung vom 30. Juli bis zum 11. September 2025 wurden 226 gültige Antworten von Unternehmen und weiteren Arbeitgebern aus dem Landkreis ausgewertet.
148 der befragten Unternehmen, also knapp 66 Prozent, erwarten von einer Taktverdichtung des RE6 positive Auswirkungen auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Bei 57 Prozent nutzen Beschäftigte Regionalbahnverbindungen regelmäßig oder gelegentlich im beruflichen Zusammenhang. Für die Hälfte spielen die Verbindungen auch im Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern eine Rolle.
Entsprechend hoch fällt die grundsätzliche Bewertung aus: Auf einer Skala von null bis zehn erreicht die Bedeutung des Erhalts und Ausbaus des Schienenpersonenverkehrs für die Attraktivität der Unternehmen durchschnittlich 7,9 Punkte. Sieben von zehn Befragten vergaben acht, neun oder zehn Punkte.
Die ergänzenden Stellungnahmen machen deutlich, was hinter diesen Zahlen steht. Der Campus Gesundheit und Soziales Neuruppin verweist auf einen steigenden Anteil internationaler Auszubildender, die häufig keinen Führerschein besitzen und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Die Medizinische Hochschule Brandenburg betont neben einer besseren Taktung vor allem die Verlässlichkeit der Abfahrten. Auch Verbindungen innerhalb Brandenburgs ohne Umweg über Berlin seien für Mitarbeitende und Studierende besonders wichtig.
Mehrere Unternehmen weisen außerdem darauf hin, dass die bisherige Nutzung der Bahn durch unpassende Verbindungen und eine unzureichende Abstimmung mit dem Busverkehr begrenzt wird. Ein schwaches Angebot kann somit selbst dazu beitragen, dass Menschen auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Nach Einschätzung der REG ließe sich das Potenzial der Regionalbahnen durch mehr Zuverlässigkeit, häufigere Fahrten und bessere Busanschlüsse deutlich stärker ausschöpfen.
Die Befragung richtet den Blick damit auf beide Fahrtrichtungen: Eine bessere Verbindung erleichtert den Menschen aus Neuruppin den Weg nach Berlin und macht zugleich Arbeitsplätze, Ausbildungsstätten und Angebote in Ostprignitz-Ruppin besser erreichbar. Der in der Seniorenbeiratssitzung ausdrücklich benannte Bedarf einer besseren Anbindung an Oranienburg unterstreicht zudem die Bedeutung der Verbindungen zwischen den Städten der Region.

Mit dem Votum des Seniorenbeirats kommt zu den wirtschaftlichen Argumenten eine weitere klare gesellschaftliche Stimme hinzu. Während auf Landesebene Gespräche geführt werden, bleibt vor Ort die entscheidende Frage: Wann folgen verbindliche Schritte, damit aus der langjährigen Forderung nach dem Halbstundentakt ein verlässliches Angebot wird?

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