Eine REG-Befragung unter 226 Unternehmen zeigt klar: Der Ausbau des RE6 ist für den Wirtschaftsstandort Nordwestbrandenburg unverzichtbar. Unternehmen, Kommunen und der Landrat fordern einen verbindlichen Zeitplan und bessere Bahnverbindungen, um Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern.
Von: macron
Der dringend erwartete neue Zeitplan für den Ausbau der Regionalexpresslinie RE6 lässt weiterhin auf sich warten. Dabei zeigt eine aktuelle Unternehmensbefragung der REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg deutlich, wie wichtig leistungsfähige Regionalbahnverbindungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region sind.
Im August befragte die REG über 1.000 Unternehmen und Arbeitgeber im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. 226 Unternehmen aus verschiedensten Branchen nahmen teil – ein bemerkenswert hoher Rücklauf, der die Relevanz des Themas unterstreicht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Mobilität per Bahn ist ein zentraler Standortfaktor, der derzeit jedoch nicht ausreichend ausgeschöpft wird.
Kernpunkte der Befragung
- Hohe Bedeutung des Regionalbahnverkehrs: Eine große Mehrheit der Unternehmen bewertet Erhalt und Ausbau der Bahnverbindungen als wesentlich für den Wirtschaftsstandort.
- Regelmäßige Nutzung durch Mitarbeitende: Über die Hälfte der Firmen gibt an, dass Beschäftigte die Regionalbahn häufig oder gelegentlich beruflich nutzen.
- Potenzial durch Taktverdichtung: Zwei Drittel der Unternehmen erwarten eine positive Wirkung auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber, sollte der RE6 zwischen Neuruppin und Berlin häufiger fahren.
- Negative Folgen bei Angebotsabbau: Rund die Hälfte aller Befragten sieht im möglichen Wegfall der RB73/74 erhebliche Nachteile. In Kyritz wären sogar 84 Prozent betroffen.
- Verbesserungsbedarf: In zahlreichen Kommentaren werden ein stabilerer Fahrplan, geringere Ausfälle, mehr Pünktlichkeit und langfristige Investitionen gefordert.
Deutliche Signale aus Politik und Wirtschaft
Landrat Ralf Reinhardt betont die Dringlichkeit und Bedeutung der Forderungen für die Region. Sein Statement fällt deutlich aus:
„Der hohe Rücklauf der Umfrage macht deutlich, wie wichtig das Thema guter Bahnverkehr für unsere Region ist. Seit Jahren fordern unsere Unternehmen – darunter auch große Arbeitgeber und Industriepartner – verbindliche Verbesserungen im Regionalbahnverkehr. Diese Forderungen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, um unsere Wirtschaft und Lebensqualität zu sichern. Es geht nicht nur um den Ausbau des RE6 oder die Rettung der RB73/74, sondern um eine klare Botschaft: Auch der Nordwesten Brandenburgs braucht Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir dürfen nicht länger zurückgestellt werden – jetzt ist der Zeitpunkt, um endlich die Weichen für eine moderne, zuverlässige und zukunftsfähige Mobilität in unserer Region zu stellen. Dazu gehört auch jetzt schon eine direkte, umsteigefreie Verbindung in die Hauptstadt.“
REG-Geschäftsführer Steffen Müller verweist auf die Bedeutung unabhängiger Mobilität für Berufspendler, Gäste und Arbeitgeber. Ein zukunftsfähiges Angebot müsse aus seiner Sicht unter anderem eine vollständige Elektrifizierung der Strecke, höhere Geschwindigkeiten, weniger Ausfälle und bessere Anschlüsse enthalten.

Kommunen und Sparkasse unterstützen Forderungen
Auch die Gesellschafter der REG – darunter die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Städte Neuruppin, Wittstock und Kyritz sowie die Kreissparkasse – sehen in der Studie ein wichtiges Signal für gemeinsame Interessenvertretung.
Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle hebt hervor, dass eine Taktverdichtung enormes Potenzial biete: Täglich pendeln bereits rund 12.600 Menschen in oder aus der Fontanestadt. Verbesserte Verbindungen würden die Stadt weiter stärken.
Anja Blumenstein, Vorständin der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, sieht attraktive ÖPNV-Anbindungen als entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte: Wer Menschen von einem Leben und Arbeiten in der Region überzeugen wolle, müsse Mobilität mitdenken.
Bericht online verfügbar
Ein ausführlicher 11-seitiger Ergebnisbericht mit zusätzlichen Unternehmenszitaten steht auf der Website der REG zum Download bereit.
Quelle: Pressemitteilung der REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg.






