Gefährliche Strecke zwischen Gildenhall und Alt Ruppin: Warum jetzt endlich gehandelt werden muss

Kein Radweg, steigender Verkehr und akute Gefahr: Die Strecke zwischen Gildenhall und Alt Ruppin bleibt ein Risiko – obwohl Lösungen längst auf dem Tisch liegen.

Von: macron

Seit Jahren ist die Situation bekannt – und dennoch hat sich wenig geändert: Zwischen Gildenhall und Alt Ruppin fehlt bis heute ein sicherer Geh- und Radweg. Für viele Menschen bedeutet das täglich ein erhebliches Risiko. Kinder auf dem Schulweg, ältere Menschen, Radfahrende oder auch Personen mit eingeschränkter Mobilität sind gezwungen, die Fahrbahn mit Autos zu teilen. Ein eigener Geh- oder Radweg existiert nicht. Schon 2022 wurde darauf hingewiesen, dass genau diese Gruppen die Strecke regelmäßig nutzen – trotz der gefährlichen Bedingungen .

Die Straße ist schmal, Begegnungsverkehr mit Lkw und Pkw ist Alltag. Schutzräume fehlen vollständig. Hinzu kommt die besondere Belastung für Anwohner:innen: Wer hier wohnt, tritt oft direkt aus der Haustür auf die Straße. Umso bemerkenswerter ist die Geduld, die viele Anwohner:innen seit Jahren aufbringen – trotz der offensichtlichen Gefahrenlage unmittelbar vor ihrer Haustür.

Wer hier sein Haus verlässt, befindet sich unmittelbar danach auf einer zumindest zeitweise stark befahrene Straße.
Foto: Anna Cron

Inzwischen hat sich die Lage sogar weiter zugespitzt: Durch den gesperrten Seedamm ist das Verkehrsaufkommen auf der Strecke zwischen Gildenhall und Alt Ruppin deutlich gestiegen. Mehr Autos, mehr Ausweichverkehr – aber weiterhin keine sichere Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr. Damit wächst das Risiko für alle, die die Strecke nicht motorisiert nutzen, nochmals erheblich.

Dabei liegen konkrete Planungen längst vor. Bereits 2020 wurde eine Vorzugsvariante beschlossen: ein gemeinsamer Geh- und Radweg mit 2,50 m Breite, getrennt von der Fahrbahn durch einen Sicherheitsstreifen . Auch die Trassenführung wurde mit Variante 4 klar definiert, um insbesondere Schulwege sicherer zu machen und Querungen zu vermeiden . Doch trotz dieser Beschlüsse ist bis heute nichts gebaut worden. Zudem wird berichtet, dass der weitere Ausbau derzeit unter anderem durch ungeklärte Eigentumsverhältnisse und Grundstücksfragen verzögert wird.

Kein Platz für Fußgänger. Wer sieht mich, wenn es dunkel wird?
Foto Anna Cron

Paradoxerweise haben zuletzt Frostschäden an der Straße zu einer Art unfreiwilligem Sicherheitsgewinn geführt: Autofahrende waren gezwungen, langsamer zu fahren. Diese reduzierte Geschwindigkeit hat zumindest temporär für etwas mehr Sicherheit für Radfahrende, Fußgänger:innen und Anwohner:innen gesorgt. Doch dieser Zustand ist trügerisch. Mit jeder Reparatur der Fahrbahn droht dieser „Schutz“ wieder zu verschwinden – ohne dass eine echte, sichere Infrastruktur geschaffen wurde.

Die Fakten sind eindeutig: Es gibt keine getrennten Verkehrsflächen, das Verkehrsaufkommen steigt durch Umleitungen weiter an, besonders schutzbedürftige Gruppen nutzen die Strecke täglich – und das alles trotz seit Jahren bekannter Planungen. Schon vor geraumer Zeit wurde gewarnt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis es zu einem schweren Unfall kommt .

Die Situation ist nicht neu – aber sie wird mit jedem Jahr dringlicher. Planung, Varianten und Beschlüsse liegen vor. Was fehlt, ist die Umsetzung. Ein sicherer Geh- und Radweg zwischen Gildenhall und Alt Ruppin ist keine Komfortmaßnahme, sondern eine notwendige Infrastruktur für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Die Zeit des Wartens muss enden. Jetzt braucht es endlich konkretes Handeln.

Auch interessant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert