Prignitz-Express RE6: Spätere Streckenfreigabe und Diskussion um Verbindung über Löwenberg

Der Prignitz-Express (RE6) kann wegen winterbedingter Bauverzögerungen erst später wieder über Kremmen fahren. Während Neuruppin auf eine dauerhafte Führung über Löwenberg drängt, lehnt die Landesregierung dies ab – trotz zuvor positiver Signale aus dem Ministerium. In Löwenberg wächst unterdessen die Sorge vor zusätzlicher Lärmbelastung.

Von: macron

Beim Prignitz-Express (RE6) kommt es erneut zu Verzögerungen: Wie die MAZ berichtet, kann die Strecke zwischen Neuruppin und Kremmen nicht wie geplant am 9. Februar 2026 wieder freigegeben werden. Grund ist der Wintereinbruch, der die Bauarbeiten um rund einen Monat zurückwirft. Nach aktuellen Angaben soll der reguläre Betrieb über Kremmen nun voraussichtlich erst ab dem 7. März wieder aufgenommen werden. Wie der Fahrplan in der Übergangszeit aussieht, ist noch Gegenstand von Abstimmungen zwischen DB InfraGo und den Verkehrsunternehmen.

Seit August 2025 wird der RE6 wegen Bauarbeiten über Löwenberg und Oranienburg nach Berlin-Gesundbrunnen umgeleitet. Zwischen Neuruppin und Kremmen fahren Ersatzbusse. Für Neuruppin und den Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist die Umleitungsstrecke mehr als nur eine Übergangslösung: Sie fordern, die Führung über Löwenberg beizubehalten, um schneller einen dichteren Takt in Richtung Berlin zu ermöglichen. Ein regulärer Halbstundentakt über Kremmen ist nach derzeitiger Planung der Bahn erst in einigen Jahren, frühestens ab 2032, realistisch.

Die Landesregierung erteilte diesen Überlegungen nun jedoch eine klare Absage. Man halte an den bisherigen Planungen für den Halbstundentakt über Kremmen fest, hieß es im Infrastrukturausschuss. Diese ablehnende Haltung steht allerdings im Widerspruch zur positiven Resonanz, die Verkehrsminister Tabbert bei einem Besuch in der Region signalisiert haben soll. Dort war die zusätzliche Verbindung über Löwenberg nach Angaben von Teilnehmern auch vor dem Hintergrund der aktuellen Verzögerung des i2030-Projektes durchaus wohlwollend aufgenommen worden.

Schiene der RE 6 Trasse vor dem Seedamm in Gildenhall
Halbstundentakt über Kremmen oder Löwenberg? Wie werden die Weichen gestellt?
Foto: macron

In Löwenberg selbst wird die Debatte mit gemischten Gefühlen verfolgt. Anwohner klagen seit Monaten über eine deutlich gestiegene Lärmbelastung durch die umgeleiteten Züge. Besonders die häufige Nutzung von Signalhörnern an unbeschrankten Bahnübergängen sorgt für Unmut – vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Sollte die Strecke dauerhaft stärker genutzt werden, fordern Betroffene verbindliche Lärmschutzmaßnahmen und den Einbau moderner Schrankenanlagen.

Auch die Gemeindeverwaltung im Löwenberger Land begrüßt grundsätzlich eine bessere Anbindung nach Berlin, knüpft diese jedoch an klare Bedingungen: Lärmschutz, sichere Übergänge, eine verbesserte Park-and-Ride-Situation sowie Investitionen in die Infrastruktur dürften nicht zulasten der Kommune gehen. Ziel müsse eine Lösung sein, die sowohl den Pendlern als auch den Anwohnern gerecht wird.

Doch wie die MAZ in ihrer Ausgabe am 24.Januar weiterhin berichtet, lehnt die Landesregierung eine dauerhafte Umleitung des Prignitz-Express RE6 von Neuruppin über Löwenberg und Oranienburg nach Berlin-Gesundbrunnen ab. Als Gründe nennt das Verkehrsministerium fehlende Trassenkapazitäten im Knoten Oranienburg sowie unzureichende Landes- und Bundesmittel. Zudem würde die Verlängerung zu Nachteilen für bestehende Linien wie RB32 und RB55 führen und zusätzliche infrastrukturelle Anpassungen erfordern. Während Landkreis und Stadt Neuruppin auf eine Machbarkeitsstudie hoffen, sieht der VBB die Erfolgsaussichten skeptisch.

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