Unter den Augen von Öffentlichkeit und Presse eröffnen Michael Landeck, Carsten Budde, Steffen Meyer und Nico Ruhle feierlich den sanierten Parkzugang.
Ein neuer Parkzugang, engagierte Unterstützer und junge Menschen, die der Natur eine Stimme geben: Beim Neuruppiner Parkfest wurde deutlich, wie vielfältig das Projekt „Deine Stadt, Dein Park“ inzwischen wirkt. Zur Einweihung des erneuerten Weges kamen Theater und ein Klimaquiz – mit einem Balkonkraftwerk als Hauptgewinn.
Von macron
Wie lebendig der Stadtpark sein kann, zeigte sich an diesem Nachmittag auch abseits der Bühne. Das Fest war sehr gut besucht, an den zahlreichen Ständen wurde ausprobiert, mitgemacht und miteinander geredet. Für Essen und Getränke war reichlich gesorgt. Ein guter Anlass, sich Zeit zu nehmen, Bekannte zu treffen und den Park gemeinsam zu genießen.
Mit einem gemeinsam durchschnittenen Band wurde der erneuerte Weg zwischen Jahnbad und Stadtpark feierlich eröffnet. Der breitere Zugang schafft mehr Platz und Sicherheit. Wo es bislang für Fahrräder zwischen Zaun und Ästen eng werden konnte, lässt sich der Park nun leichter erreichen. Auch die regelmäßigen Pflegeeinsätze profitieren davon: Schubkarren und Arbeitsgeräte aus dem Jahnbad können künftig besser in den Park gebracht werden.
Der neue Zugang ist Teil des gemeinsamen Projektes „Deine Stadt, Dein Park“ von Neuruppiner Schulen und der Stadt Neuruppin. Mit den Hauptverantwortlichen Michael Landeck und Jonas Langenberg sowie vielen weiteren Unterstützern verbindet es die Pflege und Gestaltung des Stadtparks mit einem pädagogischen Anliegen: Schülerinnen und Schülern ebenso wie den Einwohnerinnen und Einwohnern Neuruppins die Natur näherzubringen und den Wald als lebendigen Erfahrungsraum zugänglich zu machen.
Wer selbst Laub harkt, Wege freihält oder bei einem Arbeitseinsatz mit anpackt, entwickelt eine andere Beziehung zu diesem Ort. Der Park wird zu einem Stück Stadt, für das man Verantwortung übernimmt. Dabei können junge Menschen erleben, wie gemeinsames Handeln etwas verändert – und wie viel Aufmerksamkeit und Arbeit es braucht, einen solchen Freiraum zu erhalten.

Einen erheblichen Beitrag zu den jüngsten Verbesserungen leistete der Lionsclub Neuruppin, auf der Bühne vertreten durch Carsten Budde und Steffen Meyer. Ursprünglich hatte sich der Club vorgenommen, rund 20.000 Euro einzuwerben. Am Ende kamen sogar 30.100 Euro zusammen. Budde dankte besonders den Gästen des Lionsballs und den örtlichen Unternehmen, die das Vorhaben großzügig unterstützt hatten. Für viele sei ausschlaggebend gewesen, dass ihre Spenden unmittelbar vor Ort wirken und in vertrauensvolle Hände gelangen.
Dass aus dem Geld so rasch sichtbare Ergebnisse wurden, sei keineswegs selbstverständlich. Budde hob dabei die gute Zusammenarbeit mit Michael Landeck, Jonas Langenberg und Matthias Engel hervor. Gemeinsam wurden die Vorhaben abgestimmt und umgesetzt.
Neben dem erneuerten Zugang unterstützten die Lions die Überarbeitung der Parkschilder und der Laufrouten. Zu den bisherigen drei Strecken kam eine vierte hinzu, die über den Park hinausführt. Farbige Markierungen an Bäumen ersetzen die bisherigen Holztafeln, die der Witterung auf Dauer nicht standgehalten hatten.
Die Zusammenarbeit ist auf drei Jahre angelegt und soll bis 2027 fortgesetzt werden. Steffen Meyer kündigte an, auch in diesem Jahr wieder mindestens 20.000 Euro sammeln zu wollen. Als mögliche nächste Vorhaben nannte er eine Erweiterung der Trainingsanlage, Verbesserungen an Bänken und Wegen sowie einen Trinkbrunnen, sofern sich dieser gemeinsam mit den Stadtwerken verwirklichen lässt.

Zum Kreis der verlässlichen Unterstützer gehört auch der Verschönerungsverein, der sich regelmäßig für den Stadtpark einsetzt. Auf seine Initiative geht die Wetterschutzhütte zurück; außerdem spendete er die Sitzgruppe am Goldfischteich. Solche Plätze laden dazu ein, im Park zu verweilen, Natur zu beobachten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch der Neuruppiner Frauen-Lionsclub hatte bereits die Erneuerung der Parkbänke am Plateau ermöglicht. Hinzu kommen private Pflegevereinbarungen und Menschen wie Kai Fritz, der sich um die Mahd einer Wiese kümmert. Die wiederkehrenden Arbeitseinsätze der Schulen ergänzen dieses Engagement.
Hier lässt sich eine Verbindung zu dem kürzlich in Neuruppin gezeigten Film „Wie geht Natur – Michael Succow“ ziehen. Der Gedanke, den Menschen als Teil der Natur zu begreifen, erhält im Stadtpark eine ganz praktische Bedeutung. Naturverbundenheit kann dort wachsen, wo Menschen den Wald erleben, genauer hinsehen und Veränderungen wahrnehmen. Das Parkprojekt schafft dafür Gelegenheiten direkt vor der eigenen Haustür. Es lädt dazu ein, Natur kennenzulernen und aus dieser Beziehung heraus Verantwortung für ihren Erhalt zu entwickeln.

Eine künstlerische Perspektive auf diese Verantwortung eröffnete die Jugendkunstschule. Unter der Leitung von Angela Hundsdorfer brachten die jungen Darstellerinnen und Darsteller „Der Lorax“ auf die Bühne. Die Geschichte von Dr. Seuss ist auch durch den Animationsfilm unter der Regie von Chris Renaud bekannt.
In der Aufführung traf der Drang nach immer weiterem wirtschaftlichem Wachstum auf die Bedürfnisse des Waldes und seiner Bewohner. Das Geschäft soll wachsen, während Rauch den Tieren die Luft nimmt und ihre Lebensgrundlagen verschwinden. Der Lorax gibt der bedrohten Natur eine Stimme. Die Kinder und Jugendlichen übernahmen dabei unterschiedliche Rollen – vom geschäftstüchtigen Einstler über Waldarbeiter und Biologinnen bis zu den Tieren des Waldes.
Mitten im Park bekam diese Geschichte einen unmittelbaren Bezug zur Umgebung. Was auf der Bühne bedroht wird, lässt sich ringsum erleben: Bäume, Lebensräume und ein Ort, den Menschen mit anderen Lebewesen teilen. Damit ergänzte die Aufführung das Anliegen des Parkprojektes um die Frage, was geschieht, wenn wirtschaftliche Interessen die Grenzen der Natur missachten.

Fotos: macron
Zum Abschluss ging es beim vom Verein Klima und Alltag e.V. veranstalteten Klimaquiz noch einmal um Wissen und Handlungsmöglichkeiten im Alltag. Die Fragen reichten von der Bedeutung der Moore als Kohlenstoffspeicher über energiesparendes Heizen und Ernährung bis zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Anschließend wurde das Balkonkraftwerk verlost: ein Solarmodul mit Wechselrichter, mit dem sich zu Hause eigener Strom erzeugen lässt. Glücksfee Helen zog die Lose aus einem selbst gebastelten Behälter. Weil die zuerst gezogene Nummer nicht vertreten war, folgte ein zweiter Griff – und schließlich konnte sich eine Gewinnerin über das Balkonkraftwerk freuen.
