Angela Postweiler, ihr Workshopchor und ein paar einheimische Wagemutige.
In der Klosterkirche gab es wunderbaren Chorgesang. Auf dem Schulplatz war ein Street Food Festival angesagt mit Köstlichkeiten aus ganz unterschiedlichen Ländern. Und im Tempelgarten traf man sich in Weiß zum White Dinner und ließ es sich gutgehen, ohne die Last der Welt. Die “Effi”-Frauen aus dem Lions Club hatten eingeladen. Also: Viel los in der Fontanestadt.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Zwei Tage lang hatten Interessierte aus halb Deutschland mit Angela Postweiler in der Klosterkirche geprobt. Am Samstagabend gab es dann die Präsentation. Und die kam gut an bei den Gästen. Voll war das Vorderschiff nicht, aber leer noch weniger. Einige Gäste trauten sich sogar, vorne in den Reihen des Chores mitzusingen. Bei den Traurigkeiten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges blieb man nicht stehen. Wie auch, wenn “Gestirne” das Motto lautet. Dem Mondschein galt besondere Aufmerksamkeit. Kein Wunder, wenn der nächste zertifizierte Sternenpark nur ein paar Kilometer entfernt ist.

Reges Treiben auf dem Schulplatz mit Köstlichkeiten aus fremden Küchen.
Nach Sternen der Gastronomie wurde auf dem Schulplatz nicht sortiert. Nicht weit von der Stelle entfernt, wo AfD-Menüexperte Torsten Arndt gerne bisschen deutschtümelndes Material auftischt, gab es nun Köstlichkeiten aus Argentinien, Schweden, Südkorea, Frankreich, Ungarn, Mexiko und ein paar anderen Ländern der Erde. Ein Street Food Festival war angesagt. Die Farben Schwarz-Rot-Gold wurden deshalb an einzelnen Tischen nicht versteckt, sind sie doch beste Erinnerung an moderne junge Menschen des 19. Jahrhunderts. Dass Nationalisten die Farben der Freiheit und Selbstbestimmung im 21. Jahrhundert kapern, ist kaum zu verhindern. Das Kulinarische stand nun im Vordergrund. Abkühlung und Erfrischung wurden auch geboten.

Fotos: VHS
Mit Weiß hat man es da leichter. Unschuld, Frohsinn, Seelenhelle – der Assoziationsraum ist weit. Kein Schnee in Sicht. Im Literaturleben von Effi Briest nahmen anders getönte Farben leider Überhand, bis ihr fast schwarz vor Augen wurde, das weiß man natürlich in der Fontanestadt. Das Meeting “White Dinner” wurde musikalisch begleitet. Der Song “Just a little bit” hätte Effi in Verlegenheit gebracht. 2026 ist das einfach Gute-Laune-Musik..
Ob in der Kirche, auf dem Schulplatz oder im Tempelgarten am frühen Abend schon dem farbenfrohen Kickerevent ab 22 Uhr entgegengefiebert wurde, war den Versammelten nicht anzumerken.
