“NEURUPPIN IST SCHÖN!” – nun auch als Broschüre originell gestaltet

Fast so viele Statements, wie das gemeine Jahr Tage hat, das war nicht wenig. Eine Zeitlang wurden die Karten zur Kunstaktion NEURUPPIN IST SCHÖN! als Fensterinstallation am Bollwerk präsentiert – Flugblätter der besonderen Art. Doch dabei wollte Susanne Krell es nicht bewenden lassen. Sie selbst stammt aus Rheinland-Pfalz und lebt erst seit ein paar Jahren in der schönen Fontanestadt.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

“Ich hab’ ja schon in Neuruppin Heimweh nach Berlin”, muss man sich in “Der Hauptmann von Köpenick” anhören. Der Theaterstoff von 1931 kennt die Verse nicht, aber der Film aus dem Jahr 1956. Völlig frei von aller Vergleicherei war das Projekt NEURUPPIN IST SCHÖN! von Susanne Krell. Wer wollte, konnte die eigene Sicht auf einer Karte notieren. Anhimmeln war nicht vorgeschrieben.
Im Rückblick kann die Künstlerin feststellen: „Das Projekt hat tatsächlich 356 Menschen in der Stadt zur Teilnahme bewegt! Sie haben die Mitmach-Karte gesehen, gelesen und nicht wieder weggelegt, sondern einen Stift genommen und ihre Gedanken zur Schönheit der Stadt notiert – und gaben sie zurück.“ Krell bilanziert: „Das ist ein ganz toller Erfolg, denn die vielen positiven Rückmeldungen zeigen, wie stark die Verbundenheit mit Neuruppin ist.“

Nur Blättern wäre zu wenig: Die Statements zur Broschüre geformt.
Foto: Susanne Krell

Wer sich für einzelne Statements interessiert, findet sie alle zur Broschüre geformt. Die liegt an verschiedenen Stellen in der Stadt aus. Susanne Krell konstatiert: „Neuruppin begeistert seine Bewohner als ‚etwas Besonderes in der Mark Brandenburg‘: mit dem Ruppiner See, der klassizistischen Altstadt und dem harmonischen Zusammenspiel von Natur und Urbanität. Geschätzt werden die kurzen Wege zum Wasser, grüne Oasen wie Tempelgarten und Wallanlagen sowie das vielfältige Kulturleben mit Märkten, Festivals, Cafés und Restaurants. Zwischen Schinkel, Fontane und moderner Lebensqualität entsteht ein besonderes Gefühl von Heimat, Gemeinschaft und Freiheit.“ Über einen QR-Code auf der Broschüre sind Statements auch zu hören.

Ein Kommentar

  1. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher – war es Liebe auf den ersten Blick? Kommt
    man mit dem Zug über den Seedamm und hat die Skyline von Neuruppin mit der
    mächtigen Klosterkirche vor sich, verspürt man vielleicht einfach ein wortloses
    Glück und bringt bestenfalls noch ein staunendes Wow! zustande. Und wenn man
    schließlich hier lebt und tagtäglich die schlichte, zurückhaltende Eleganz
    genießt, die fast schon großstädtische Gelassenheit (zur „Coolness“ reicht es
    noch nicht ganz) erlebt, dann weiß man, dass man einen Ort gefunden hat, der
    kaum schöner sein kann. Dabei entwirft sich Neuruppin gerade neu; genauer:
    Neuruppin häutet sich. Einst war es Garnisonsstadt, dann eine preußische,
    provinzielle Beamtenstadt, man spürt Relikte davon noch heute. Wo die Reise von
    Neuruppin aber hingeht, weiß man noch nicht so genau. Kulturstadt ja. Aber es
    ist mehr. Es ist spannenderes. Ein Experiment. Die Stadt birgt ein noch
    unausgesprochenes Versprechen, das vermutlich nur dann in Erfüllung gehen wird,
    wenn wir es erahnen, benennen und schließlich selbst verwirklichen.

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