“Natur tut gut!”, heißt es auf einer neuen Informationstafel in Lindow. Der Wutzsee liegt in Sichtweite. Die Menschen werden eingeladen, sich auf den Achtsamkeitspfad einzulassen. Unter dem Moto “Natur & Ich” finden sich die unterschiedlichsten Angebote und Anregungen für Interessierte.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Es geht um mehr als das Wandern. Selbst Muskelaufbau oder Ausdauertraining wären zu wenig. Es geht um Besinnung, Bewegung und Wahrnehmung. Man ist eingeladen, unterwegs immer wieder “in die Ruhe des Augenblicks einzutauchen”. So finden sich an der Station “Bewusstes Sein” auch Liegegelegenheiten. Beim Achtsamkeitsprojekt ist Körpergefühl wichtig, Naturbezug soll hergestellt werden – alles sanft, alles bedacht, alles vom Bemühen geprägt, in ein bewusstes und schonendes Verhältnis zur Natur zu zu treten – ob Pflanzen oder Tiere. Vom Wege soll nicht abgewichen werden. “Achtsamkeit”, das Leitwort, hat viele Bezugspunkte, auch den aktiven Menschen selbst. Ein echter Erfahrungsbericht kann hier noch nicht vorgelegt werden, nur eine Information. Alles andere wäre unredlich.

Womöglich sind weitere Verlockungen im Spiel, wenn man sich dem Wutzsee von der “Süßen Ecke” aus nähert, diesem einladenden Lokal, diesem Ort gelebter Vielfalt. So leicht kommt man nicht zur “Erfüllenden Dankbarkeit”, zum “Heilenden Atmen” oder zum “Erholsamen Ausblick”, um nur ein paar Beispiele zu nennen auf dem 7,8 Kilometer langen Weg.
Nehmen wir nur das Beispiel der “Amelie, der schönen Nonne aus Lindow”. Sie lenkt ab. Ihre Geschichte wirkt dramatisch. Selbsdisziplin ist nicht nur hier gefragt, sonst kommt man nicht weit. Man denke nur an das wunderbare Klostergelände samt Ruine und Wundergarten mit Kräutern und Bibelversen. Entweder Achtsamkeitspfad oder Klostergang, beides wäre schon wieder Stress, schlechtes Zeitmagement und wenig förderlich, wenn es um Konzentration und Lebensintensität geht. Der Gang mit Kindern bedürfte besonderer Reflexionen.

Fotos: VHS
Ein Anfang ist gemacht,. Wer hinter diesem Projekt in Lindow steckt, sagt das Kleingedruckte auf der Infotafel. Ein lobenswertes Unterfagen. Die Konjunktur wird allerdings nicht angekurbelt, zumindest nicht unmittelbar. Ob es mal evaluiert wird? Ob es bald Schule macht in Brandenburg, im Land der Seen, Flüsse und Wälder, ehe das politische Klima zu schlecht ist für so viel Gutes? Dass die Menschen in Deutschland zu viel und zu lange herumsitzen, wissen wir ja schon. Die Gelegenheit, “Bewusstes Sein” unweit der Ruine zu erleben, wird womöglich im Sitzen oder Liegen wahrgenommen. Wer dabei einnickt, muss nicht unbedingt etwas falsch gemacht haben. Was bei Andrang geschieht, lässt der Begleittext offen. Selbstregulierung lässt sich lernen….







