Vier Buchstaben – viel Wirkung? Und zu wessen Nutzen?
Einige Buchstaben sind schon entfernt, andere werden vermutlich länger zu sehen sein an dem Haus in der Fischbänkenstraße, in dem Götz Frömming, Bundestagsabgeordneter der AfD, sein Wahlkreisbüro eingerichtet hat. Womöglich lässt sich die gegen die Partei gerichtete Schmiererei am “Heimathafen” sogar beim Stimmenfang einsetzen. Denn der studierte Pädagoge macht Ausgrenzung, Verschmähung und Beschmutzung seiner Partei nicht eben selten zum Thema in Reden und Vorträgen.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
“Nazi” ist eigentlich kein Wörterbuchwort. Aber es hat sich eingebürgert als Kurzform für Nationalsozialisten. Vermutlich entstand es im Volksmund. Schriftgestalt bekam es schon vor hundert Jahren, angeblich zuerst in Österreich, völlig unabhängig vom völkischen Ungeist, ganz sicher in Preußen bei Kritikus Kurt Tucholsky. Im “Sozi” hat es einen Wortbildungsvorfahren. Die Rechtschreibung bei einem Neologismus mit so viel Latein im Kompositum Nationalsozialismus ist ein Kapitel für sich. Die Geschlechterfrage auch. Die Nazi? Die Nazistin? Dann lieber die Nazigöre oder die Nazidiva?
Das Nazitum fasst ganz kurz, was zu den grauenvollsten Verbrechen von Nationalsozialisten oder in ihrem Namen in der Geschichte der Menschheit geführt hat. Beim Nazismus sind Missverstandnisse möglich. Narzissmus von Nazis soll es auch reichlich gegeben haben. Adolf Hitler nur kurz und knapp einen “Nazi” zu nennen, hat etwas Befremdendes. Fast könnte der “Führer” in der Menge untergehen. Neonazis würden sich im Falle ihres Halbgottes wohl kaum so ausdrücken.

Fotos: VHS
Nun also die “Nazi”-Schmiererei an der Wand. Ein Wort, mehr nicht, aber mehrfach aufgesprüht. Kein Verb, kein Adverb, kein Adjektiv, nur das Etikett, das auf Glas und Holz natürlich leichter zu beseitigen ist als auf Stein oder im Putz. Eine Wählerwarnung als Wahlhilfe für die AfD? Frömming müsste es nur geschickt genug anfassen. Ein Kurzfilm, ein Klagelied. Und hinein ins Netz! Die Demoskopie erfasst diese Tiefenschichten der Kampfzonen noch nicht.
Götz Frömming gehört in der AfD zu den Köpfen, die gerne auch Erläuterungen geben. Ein Lehrer eben. So verweist er auf Versammlungen, aber auch im Parlament manchmal darauf, dass mit der Etikettierung der Partei AfD als “rechtsextremistisch” die Wählerinnen und Wähler in seinem Verständnis der Vorgänge und Maßnahmen mit diskriminiert würden. Also inzwischen Millionen in “Nazinähe” gerückt? Und auch in den Ländern der ehemaligen BRD eine zunehmende Tendenz. Die Debatte darüber, wie mit der AfD umzugehen ist, wird weitergehen. Ob sich durch das “Nazi”-Wort an der Wand irgendjemand davon abhalten lässt, einer Einladung in den “Heimathafen” zu folgen? Oder ob wer denkt in Neuruppin: “Jetzt erst rechts”?

Was für eine traurige scheiße wird hier verfasst. Echt billiger Artikel. Pfui. Links verseuchter Dreck scheint das zu schreiben. Ihr seid echt das letzte Stück in dieser Stadt