“Natura 2000” – Frank Berhorn zu Gast beim Rotary Club Neuruppin

Der Rotary Club engagiert sich in Neuruppin im kulturellen und sozialen Bereich. Aber ökologische Zusammenhänge hat man auch im Blick. Nun war Frank Berhorn zu Gast, um über Natura 2000 zu informieren – ein schon lange bestehendes Naturschutzprojekt, das dem anhaltenden Rückgang von wild lebenden Arten und natürlichen Lebensräumen in der EU entgegenwirken soll.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Das Landesamt für Umwelt und die Stiftung Naturschutz Fonds Brandenburg kooperieren. In Brandenburg gibt es fünf Natura-2000-Teams, eins davon in Neuruppin. Grob gesagt, ist der Nordwesten das Bezugsgebiet. Frank Berhorn hat leitende und koordinierenden Funktionen. Über die Einladung der Rotaryer hat er sich gefreut. Denn er setzt generell auf Gespräch, nicht auf kalten Vollzug, und im Hinblick auf Betroffene wie Land- und Forstwirte bilanziert er: “Selten scheitern wir an mangelnder Geprächsbereitschaft.” Die Bereitschaft zum Zuhören ist für ihn Prinzip, bei den Rotaryern allerdings war er zunächst Referent.
Zur aktuellen Rechtsgrundlage in der EU heißt es, die Verordnung vom 24. Juni 2024 über die Wiederherstellung der Natur setze zeitlich gestaffelte qualitative und quantitative Ziele für die Wiederherstellung von Ökosystemen und zur Bekämpfung des Biodiversitätsverlusts. Durch sie würden die Mitgliedstaaten verpflichtet, in allen Lebensräumen – von Land- über Küsten- bis hin zu Süßwasser- und Meeresökosystemen – Wiederherstellungsmaßnahmen zu ergreifen und diese mittels eines nationalen Wiederherstellungsplans verbindlich zu planen.
Als drastisches Beispiel verweist Berhorn auf die Tatsache, dass seit 1990 die Zahl der Kiebitze als Vogel der Agrarlandschaft um 90 Prozent zurückgegangen sei. Wie sich die Agrarlandschaft verändert hat durch Menschenhand, Chemie und Maschinen, zeigen Fotos. Was möglich ist im Sinne von artenreichem Grünland, sieht anders aus. Berhorn bietet Anschaungsmaterial. Für Ackerflächen, so Berhorn auf Nachfrage, gebe es spezifische Beratung. Er überrascht die Rotaryer durch Optimismus. Das liege an ersten Erfolgen. Die Größe der Herausforderung wird dabei nicht kleingeredet. Interessierte kann Berhorn darauf verweisen, dass im Internet recht gute Informationsmöglichkeiten bestehen, auch im Hinblick auf gesetzliche Bestimmungen und Zuständigkeiten.

In Vogelrufweite ist blockweise viel Wohnraum entstanden – einfach prima?
Fotos: VHS

Wie die Entwicklung weitergeht in Brandenburg mit einer neuen Regierungskoalition aus SPD und CDU, wird sich zeigen. Auf Bundesebene hat Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) sicher eher Befürchtungen geweckt, wenn es um Biodiversität und Ressourcenschutz geht, also auch um Regulierung. Mit dem Stichwort MERCOSUR wird der Rahmen und der Konfliktraum noch weiter gesteckt, Dilemmata inbegriffen.

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