Am 12. November wurde im Rahmen eines Workshops erneut intensiv an der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Neuruppin gearbeitet. Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung, des Vereins Klima und Alltag e.V., zivilgesellschaftliche Gruppen sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger trafen sich, um die sechs Handlungsfelder des Konzepts weiter zu schärfen.
Von: macron
Bereits seit Monaten erarbeitet ein Kernteam konkrete Vorschläge, wie Neuruppin langfristig nachhaltiger, sozialer und ökologisch verantwortlicher handeln kann. Dabei geht es nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um Bildung, Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und bürgerschaftliches Engagement.
130 Maßnahmen auf dem Weg zur nachhaltigen Stadt
Im Zentrum des Treffens stand die Auswertung einer umfangreichen Bestandsaufnahme: Über 130 Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung wurden gesammelt und thematisch den sechs Handlungsfeldern und den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) zugeordnet.
Besonders stark vertreten ist das Handlungsfeld „Natürliche Ressourcen schonen und schützen“ – mit rund 80 laufenden oder geplanten Projekten. Hierzu zählen Begrünungsmaßnahmen, Bauprojekte mit Nachhaltigkeitskriterien und die Digitalisierung der Verwaltung. Schwachstellen wurden hingegen in den Bereichen Bildung und Wirtschaft identifiziert.
„Wir wollen wissen, wo wir stehen – und wo wir besser werden können“, sagte eine Sprecherin aus dem Kernteam. „Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Umweltschutz, sondern auch soziale Verantwortung und Transparenz.“
Realistische Ziele statt schöner Worte
Ein zentraler Diskussionspunkt war die Umsetzbarkeit der geplanten Maßnahmen. Viele Teilnehmende betonten, dass die Strategie realistisch bleiben müsse – in Hinblick auf Personal, Budget und Zuständigkeiten.
So wurde beispielsweise die Idee diskutiert, jährlich eine bestimmte Anzahl an Bäumen zu pflanzen. Statt utopischer Zielvorgaben sollen künftig realistisch erreichbare Ziele mit klaren Zuständigkeiten und messbaren Ergebnissen formuliert werden.
„Wir brauchen Ziele, die wir auch wirklich umsetzen können – Schritt für Schritt, mit den Ressourcen, die wir haben“, erklärte ein Vertreter der Stadtverwaltung.
Nachhaltigkeit soll künftig selbstverständlicher Bestandteil aller Haushaltsentscheidungen sein, anstatt als zusätzliches Kostenfeld zu erscheinen. Auch sei sicherzustellen, dass die Finanzierung begonnener Projekte langfristig gesichert ist.

Fotos: Dr.Uwe Lüttgens
Beteiligung bleibt Schlüssel zum Erfolg
Die Teilnehmenden betonten, dass nachhaltige Stadtentwicklung nur im Dialog funktioniert. Frühere erfolgreiche Beteiligungsformate – etwa Quartiersarbeitskreise oder Stadtteilbeiräte – sollen wieder stärker aktiviert werden.
Ein Vorschlag, der breite Zustimmung fand, ist die Einrichtung einer festen Personalstelle für Nachhaltigkeit, um Projekte und Förderprogramme dauerhaft zu koordinieren.
„Nachhaltigkeit darf keine Nebentätigkeit sein“, so ein Mitglied des Vereins Klima und Alltag e.V. „Wir brauchen eine zentrale Ansprechperson, die Prozesse bündelt und vorantreibt.“
„Wir wollen eine Strategie, die nicht in der Schublade landet, sondern die wir gemeinsam mit Leben füllen“, fasste eine Teilnehmerin den Abend zusammen.
Eine Teilnehmerin
Wie geht es weiter?
Bis Ende des Jahres soll die Zielstruktur überarbeitet werden. Im neuen Jahr startet dann die nächste Phase: die konkrete Maßnahmenplanung. Bürgerinnen und Bürger können weiterhin Anmerkungen und Ideen einreichen, um sich aktiv einzubringen.
Zum Abschluss des Workshops waren sich alle einig: Nur durch gemeinsames Handeln kann Neuruppin zu einer Stadt werden, die Verantwortung für kommende Generationen übernimmt.
„Wir wollen eine Strategie, die nicht in der Schublade landet, sondern die wir gemeinsam mit Leben füllen“, fasste eine Teilnehmerin den Abend zusammen.

