Hier kam Max Silberberg am 27. Februar 1878 zur Welt. Nicht in diesem Haus, aber unter der damaligen Adresse Friedrich-Wilhelm-Straße 15. Ende Februar 2026 soll an der heutigen Karl-Marx-Straße 15 mit einer Gedenktafel an das Mitglied der jüdischen Gemeinde erinnert werden. Bild und Text waren bereits im Kunstraum zu sehen. Ob das funktioniert?
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Den Medien war zu entnehmen, dass sich erstmal nichts bewegen dürfte im und am ehemaligen Kaufhaus Magnet. Investoren werden anscheinend nicht angezogen. In den Fenstern werden durchaus interessante Projekte zur Stadtentwicklung präsentiert, aber eine Gedenktafel ist prinzipiell anderer Art, unabhängig von Standort und Befestigung. Bei der Verlegung von Stolpersteinen wird generell darauf geachtet, dass der Rahmen stimmt. Die Stadt steht also vor einer echten Herausforderung.
Max Silberberg wurde als Kunstsammler international bekannt. Er kam als Opfer der NS-Diktatur ums Leben – vermutlich 1943 in einem der Vernichtungslager. Die letzten Stationen sind nicht eindeutig geklärt. Die Familie lebte bis 1941 in Breslau. In Neuruppin ging’s seinerzeit von der Hauptstraße in die Fischbänkenstraße. In dem Haus hat der Bundestagsabgeordnete der AfD Götz Frömming kürzlich sein Wahlkreisbüro eingerichtet.

Fotos: VHS
Eben erst wurde der Film “Die Feuerzangenbowle” aus dem Jahr 1944 gezeigt. Bei ähnlicher Gelegenheit in Wittenberge wies Frömming darauf hin, dass ein Zeichen gesetzt werden solle gegen die Art, wie mit Heinz Rühmann umgegangen werde. Dem Schauspieler war nach einer Untersuchung seiner Beziehung zum NS-System die Ehrenmedaille der Filmwirtschaft aberkannt worden.
Eine Gedenktafel für Max Silberberg in der Fischbänkenstraße könnte Frömming und Gleichgesinnte sicherlich nicht von solchen Vorhaben abhalten. Vielleicht sogar dazu ermutigen auf dem Weg zu einer Kehrtwende in der Erinnerungskultur.







