Impressionen von der 28. Langen Nacht der Künste in Rheinsberg

|

Das Angebot ist vielfältig, die lange Nacht beginnt Schlag 13 Uhr mit einer Kindertanzgruppe. Um 23 Uhr ist sie noch nicht zu Ende. Eine Bigband legt los. Auch im Zeitfenster des Abends war das Angebot weit gestreut – inhaltlich und örtlich. Ein Gesamturteil mögen die Götter fallen, auch über das Konzept des Kunst- und Kulturvereins.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Susanne Krell wurde an’s Klavier gezwungen. Elterlicherseits. Und der Pianist Halldor Bjarki Arnarson? Sie wurde aus innerem Widerstand heraus Konzeptkünstlerin und war bei “Tanz & Art” im Gespräch mit Ulrike Liedtke zu erleben. Eine Art Werkschau wurde vor einem Dutzend Interessierter gegeben, Schwerpunkt Frottagen, Höhepunkt: Spuren der Weltreligionen, bis nach Jerusalem.

“Lust und Leid aus alter Zeit” – Amaconsort fasziniert, voll entfesselt.

Halldor Bjarki Arnarson wurde Konzertpianist. Er gehört zum wahnsinnig jugendlich wirkenden Ensemble Amanconsort. Englische Theatermusik aus dem 17. Jahrhundert stand auf dem Programm. Die Verantwortlichen machten es möglich, beide Angebote nacheinander zu besuchen. Die vier Instrumentalisten zaubern und verzaubern. Außerdem zeigen sie Humor. Das allein wäre Grund genug, ihnen länger zu lauschen im Schlosstheater zu Rheinsberg. Voll ist es nicht gerade, leer allerdings noch weniger. So Mittel. Laut der Applaus. Weiter? Mittendrin?

“Mehr Sozialgeschichte”, “Räume vermieten”, “Historischer Maskenball”…

Im Schlossmuseum sind tausend Ideen zu entdecken. Zwei Wände mit Zetteln können noch ergänzt werden. Das Augenmerk der dahinziehenden Gäste gilt insbesondere den Gemälden und der prachtvollen Einrichtung. Schlossgeschichte kann studiert werden. Also Großartiges. Und Kleinigkeiten. Liebschaften, Leidenschaften. Unten bei Tucholsky wartet unartig die Dauerausstellung, dazu die laufende Präsentation einiger Werke von Franziska Zänker.
Auf den offenen Plätzen der Kulturstadt herrscht zwischen den Events des Abends kein Gedränge. Nachmittags soll es eine Veranstaltung mit einem einzigen Gast gegeben haben. Was sagt das? Wenig. Anders, wenn man die Resonanz auf die Künste als Volksabstimmung nähme. Rechtspopulisten sollen dazu neigen.

Offene Ohren und Augen für den Geigenbauer an der Mühlenstraße.
Fotos: VHS

Beim Geigenbauer wirkt es voll. Noch voller war’s in der Tucholsky-Buchhandlung, als der Blick auf das kommende Jahr gerichtet wurde. Kein Stuhl frei. Großes Interesse. Also weiter. Erstmal hinein in das faszinierende Lichtkonzert rund um das Schloss. Kraniche sind zu hören. Bloß jetzt nicht ablenken lassen durch ihre Luftnummer! Ob 2026, wenn des 300. Geburtstages des Prinzen Heinrich von Preußen gedacht wird, anders getaktet wird und noch weiter gestreut?

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert