Am Wahltag braucht man nur einen gültigen Personalausweis. Bild von geralt auf Pixabay
Am Sonntag, 28. Juni 2026, entscheidet sich in der Stichwahl, wer die kommenden acht Jahre Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin wird. Zur Wahl stehen Amtsinhaber Ralf Reinhardt (SPD) und der AfD-Kandidat Torsten Arndt. Nachdem im ersten Wahlgang kein Bewerber die erforderliche Mehrheit erreichte, sind nun zahlreiche Parteien und gesellschaftliche Akteure mit Wahlempfehlungen an die Öffentlichkeit gegangen.
Von macron
Bemerkenswert ist dabei, dass sich CDU, Grüne, Die Linke und das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ trotz unterschiedlicher Bewertungen der bisherigen Amtsführung von Ralf Reinhardt letztlich für dessen Wahl aussprechen.
Die CDU Ostprignitz-Ruppin hatte im ersten Wahlgang den parteilosen Kandidaten Thomas Kresse unterstützt. Nach dessen Ausscheiden empfiehlt der Kreisvorstand nun die Wahl von Ralf Reinhardt. Gleichzeitig macht die CDU deutlich, dass dies keine uneingeschränkte Zustimmung zur bisherigen Arbeit des Landrates sei. Kritisiert werden unter anderem die aus Sicht der Partei unzureichende Unterstützung der Städte und Gemeinden sowie eine mangelnde Bürgernähe. Dennoch komme man zu dem Ergebnis, dass Reinhardt über die notwendige fachliche und persönliche Eignung verfüge und der Gegenkandidat diese Voraussetzungen nicht erfülle.
Auch die Grünen rufen zur Wahl von Ralf Reinhardt auf. Der Kreisverband verweist auf zahlreiche Projekte, die in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden müssten. Genannt werden unter anderem der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, bessere Regionalbahnverbindungen, die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, die Ausstattung der Schulen, die Digitalisierung der Verwaltung sowie die Förderung von Wirtschaft, Kultur und Tourismus. Die Grünen sehen in Reinhardt den Garanten für eine demokratische und zukunftsorientierte Entwicklung des Landkreises und warnen vor einem Landrat der AfD.
Die Linke bleibt ihrer im Wahlkampf geäußerten Kritik an der Kreisverwaltung zwar treu und betont weiterhin den Wunsch nach mehr Bürgernähe und Veränderungen. Gleichzeitig stellt die Partei klar: „Kandidaten einer gesichert rechtsextremen Partei wählt man nicht.“ Die Linke spricht zwar keine ausdrückliche Wahlempfehlung für Reinhardt aus, ruft jedoch dazu auf, an der Stichwahl teilzunehmen und eine demokratische Entscheidung für die Zukunft des Landkreises zu treffen. Im Mittelpunkt stehen dabei soziale Gerechtigkeit, Zusammenhalt und starke Kommunen.
Die SPD wiederum wirbt mit den Themen Gesundheitsversorgung, Pflege, Mobilität, Solidarität und Weltoffenheit um Unterstützung für ihren Kandidaten. Besonders hervorgehoben werden die Sicherung kommunaler Krankenhäuser, die Verbesserung des ÖPNV durch Rufbus-Systeme, sichere Radwege sowie eine nachhaltige Entwicklung des Landkreises. Die Sozialdemokraten warnen zudem davor, dass bei einer zu geringen Wahlbeteiligung erneut das gesetzlich vorgeschriebene Quorum verfehlt werden könnte und dann nicht die Bürgerinnen und Bürger, sondern der Kreistag über die Besetzung des Landratsamtes entscheiden müsste.
Für zusätzliche Diskussionen sorgt der Aufruf des BSW-Kreisverbandes Ostprignitz-Ruppin, die Stichwahl zu boykottieren und die Entscheidung damit möglicherweise in den Kreistag zu verlagern. Politisch wirft dies eine bemerkenswerte Frage auf: Während das BSW ebenso wie andere politische Kräfte regelmäßig mehr direkte Demokratie, mehr Bürgerbeteiligung und eine stärkere Mitsprache der Bevölkerung fordert, würde ein erfolgreicher Boykottaufruf genau das Gegenteil bewirken. Die Entscheidung über die Besetzung des höchsten kommunalen Wahlamtes läge dann nicht mehr unmittelbar bei den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises, sondern bei den gewählten Kreistagsabgeordneten. Unabhängig davon, wie man die beiden verbliebenen Kandidaten bewertet, erscheint es daher widersprüchlich, einerseits eine stärkere direkte Beteiligung der Bevölkerung einzufordern und andererseits bewusst darauf hinzuwirken, dass die Entscheidung von den Wählerinnen und Wählern auf ein parlamentarisches Gremium verlagert wird.
Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ spricht sich ebenfalls für Reinhardt aus. Sprecher Martin Osinski betont, niemand sei perfekt, Reinhardt sei jedoch „ein erfahrener und verlässlicher Landrat – und in dieser Stichwahl die bessere Wahl“. Das Bündnis verweist auf Fortschritte bei Digitalisierung, Glasfaserausbau, Gesundheitsversorgung und Schülerbeförderung. Zugleich wird anerkannt, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich eine schnellere, transparentere und bürgernähere Verwaltung wünschen. Gerade deshalb brauche der Landkreis eine Führung, die Verwaltungserfahrung mitbringe, vermitteln könne und den Landkreis zusammenhalte.
Die Kirchen in Ostprignitz-Ruppin haben sich bislang nicht offiziell für einen der beiden Kandidaten der Landratsstichwahl ausgesprochen. Gleichzeitig vertreten sie seit Jahren eine klare Haltung für Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zahlreiche kirchliche Vertreterinnen und Vertreter engagieren sich in Bündnissen gegen Rechtsextremismus und für eine offene Gesellschaft. Ihre Haltung gegenüber der AfD wurde auch im Fall des Neuruppiner AfD-Politikers Henry Preuß sichtbar. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz entzog ihm 2024 sämtliche kirchlichen Leitungsämter. Grundlage war ein Beschluss der Landessynode, wonach die aktive Unterstützung der AfD und die Ausübung kirchlicher Leitungsämter nicht miteinander vereinbar sind. Gleichzeitig betonte die Kirche, dass Preuß weiterhin Mitglied der Kirchengemeinde bleibe und an allen kirchlichen Angeboten teilnehmen könne. Damit geben die Kirchen zwar keine Wahlempfehlung ab, setzen aber einen deutlichen werteorientierten Rahmen für die politische Debatte.

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Die Landratswahl ist mehr als eine Personalentscheidung. Sie bestimmt die politische Richtung des Landkreises für die kommenden acht Jahre. Ob es um Gesundheitsversorgung, Schulen, Verkehr, Digitalisierung oder das gesellschaftliche Miteinander geht – die Entscheidung liegt bei den Bürgerinnen und Bürgern von Ostprignitz-Ruppin.
Deshalb gilt unabhängig von der persönlichen Wahlentscheidung: Gehen Sie am 28. Juni wählen oder nutzen Sie die Briefwahl. Demokratie lebt davon, dass möglichst viele Menschen ihre Stimme abgeben. Nur so entscheiden die Bürgerinnen und Bürger selbst über die Zukunft ihres Landkreises. Jede Stimme zählt.
So können Sie wählen
Die Wahllokale sind am Sonntag, 28. Juni 2026, von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Eine neue Wahlbenachrichtigung wird für die Stichwahl nicht verschickt. Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr besitzt, kann trotzdem wählen. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass genügt, um im zuständigen Wahllokal seine Stimme abzugeben. Darauf weist der Kreiswahlleiter ausdrücklich hin.
Wer am Wahlsonntag verhindert ist, kann weiterhin Briefwahl beantragen. Wahlberechtigte, die bereits bei der Hauptwahl Briefwahl für eine mögliche Stichwahl mitbeantragt hatten, erhalten die Unterlagen automatisch. Alle anderen sollten sich möglichst umgehend an ihre zuständige Wahlbehörde wenden.
Weitere Informationen zur Landratswahl, zur Stichwahl und zu den zuständigen Wahlbehörden finden sich auf der Internetseite der Fontanestadt Neuruppin:
Wahlbehörde der Fontanestadt Neuruppin – Landratswahl 2026

So, liebe Leute,
man muss ja nicht zu allem seinen Senf dazugeben, hab ich mir jedenfalls abgewöhnt. Aber jetzt zur Stichwahl des Landrats doch mal ein offenes Wort. Im Alltag sind wir alle ein bisschen großspurig: beim Fußball wissen wir natürlich besser Bescheid als der Bundestrainer und natürlich wissen wir auch in der Politik alles besser. Logo. Immer auf die Pauke hauen. Aber wenn wir ehrlich sind, wissen wir eigentlich nur, dass wir nichts wissen. Oder eben nur ganz wenig. Das ist auch okay so.
Sprechen wir also kurz über Ralf Reinhardt. Auch über den wissen wir alle vermutlich nahezu nichts. Auch das ist okay. Aber ein paar Dinge kann man ja schon über ihn sagen: Der Mann ist kein Vielversprecher (und kein „Großmaul“), er ist erst recht kein Wichtigtuer und er ist kein Luftikus. So weit ich das sehen und beurteilen kann, bringt er alles mit, was man braucht, um ein guter Landrat zu sein: Kompetenz, Aufrichtigkeit, Seriosität und Ruhe.
Ehrlich gesagt: was will man mehr?
Ralf Reinhardt ist auf jeden Fall eine gute Wahl. Ich würde sogar sagen: er ist bei der Stichwahl am 28. Juni einfach die bessere Wahl.
Geht zur Wahl und entscheidet selbst!