Vom BSW eingeladen: Torsten Arndt und Ralf Reinhardt.
Wann wird das amtliche Endergebnis der Stichwahl feststehen? Wann werden wir wissen, ob das sogenannte Quorum vom Sieger erreicht wurde? Es liegt bei 15 Prozent der Wahlberechtigten. Wenn nicht, hat der Kreistag das letzte Wort. Im Nichteinigungsfall entscheidet das Los.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Jede Stimme zählt. Das ist so in der Demokratie. Bei dieser Stichwahl sind sogar alle gültigen Stimmen gleichwertig. Das GRIPS-Theater Berlin hatte vor Jahrzehnten auch schon mal das Stück “Der letzte Wähler” von Detlef Michel im Programm, Liedtexte: Volker Ludwig. Ein Herr namens Kerbel darf die Wahl nachholen. Ein Formfehler war passiert. Die eigentliche Wahl hatte Stimmengleichheit ergeben. Nun liegt das Glück der Kommune allein in Kerbels Hand. Eine Schicksalswahl? Eine Richtungswahl reicht eigentlich auch schon. Der Fall ist Fiktion. Aber zugleich eine schöne Parabel auf den Wert der einzelnen Stimme, also des Wahlberechtigten. Für Kerbel wäre ein Losverfahren ein bisschen zu viel Zufallsmathematik. Und für die Wahlberechtigen In OPR?

Fotos VHS
Beim MAZ-Talk ist klar geworden, wo Torsten Arndt etwa im Hinblick auf Migration die Grenze zieht: “Zuwanderung aus nordafrikanischen Ländern, Syrien und Afghanistan lehnt Arndt ab”, schreibt Justus Makollus. Ralf Reinhardt redet auch nicht der reinen Menschlichkeit das Wort, wie sie eben erst von Akteuren der Jugendkunstschule Neuruppin auf die Bühne gebracht wurde. Reinhardt geht von Bedarfen aus. Und er plädiert für eine “Atmosphäre des Willkommens”. Das ist mutig, denn für manche AfD-Anhängende mag gerade das ein Hasswort sein. Immerhin leugnet auch Arndt nicht, dass der Landkreis Zuwanderung brauche, aber bitte “ausgebildete Arbeitskräfte”. Und Deutsch sollen sie sprechen.
Im Gespräch mit Otto Wynen, der vor Jahren in der Arbeit mit Geflüchteten aktiv war, ging es am AfD-Stand auf dem Schulplatz bloß um die verschenkten Zollstöcke für rechte Hände. Es fiel natürlich sofort auf, wie sich selbst Arndt der Linken bedient, um auf wirklich Wichtiges hinzuweisen. Ob er nun mal über ein ganzheitliches universelles Menschenbild nachdenkt? Nicht widersprechen mag man ihm, wenn er sagt: “Es ist gut, dass die Menschen hier im Landkreis die Wahl haben.”
