“Kunst unterwegs” führt am 9. Mai 2026 zu Kunstwerken am Ruppiner See

Effi ist weg. Schon seit einigen Tagen. Kein Brief, keine Notiz. Und Theodor Fontane schaut sich noch nicht einmal um. Womöglich wird Matthias Zágon Hohl-Stein beim Kunstspaziergang am 9. Mai ab 11 Uhr erläutern können, was mit Effi los ist. Die Schaukelei schien ihr doch zu gefallen, auch wenn nicht wenige Gäste des Hotels ziemlich ahnunglos geschaut haben sollen.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Der Spaziergang mit dem Künstler aus Karwe beginnt am Hotel. Als Initiatorin von “Kunst unterwegs” erläutert Uta Bartsch: “1998 wurde die Großskulptur ‘Parzival am See’ von Matthias Zágon Hohl-Stein eingeweiht.” Also: er ist der Schöpfer, nicht der Einweiher. Die ganze Geschichte wird in einem Buch erzählt. Weiter: “Später kamen weitere Kunstwerke von ihm an der Neuruppiner Seepromenade hinzu: so die ‘Neuruppiner Zeitgeschichte’, die Brunnenskulptur ‘Theodor Fontane’ oder der ‘David’ vor dem Haupteingang des Hotels.” Wer mitgeht, nicht nur innerlich, soll erfahren, wie die Werke entstanden sind, welche Ideen dahinter stecken und welche Geschichten es dazu gibt.

Eine Botschaft für Effi oder für alle Welt? Schön, dass die Schrift bleibt.

Weiterhin sollen Werke von Künstlern aus St. Petersburg in Augenschein genommen werden: die „Metamorphosen“ von Marina Spivak und die „Dreieinigkeit“ von Andrej Ryschkow aus den Jahren 2004 und 2005. Die Führung im Rahmen von „Kunst unterwegs“ ist kostenfrei. Ab 14 Uhr öffnen dann die Höfe, die sich in diesem Jahr am Hofprogramm beteiligen. Wer so lange am See bleibt, muss nicht lange laufen, bis eine der ersten Adressen erreicht ist, ob in der Siechengasse oder in der Fischbänkenstraße.

Plätscherei und Plauderton – ein kritischer Blick auf Fontane Schreibstil?
Fotos: VHS

Die Verkehrssitution ist aufgrund der Bau- und Absperrmaßnahmen nicht einfach im Terrain. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad – kein Problem. Aber PKW-Nutzende könnten an Grenzen stoßen. Oder auf liebreizende Ordnungskräfte mit Handy und Papier. Das Parkhaus, wahrlich kein Kunstwerk, bietet hier Hilfe gegen Gebühr.
Ob beim Spaziergang auch über die Grazie hinter Fontane gesprochen wird, ist der Ankündigung konkret nicht zu entnehmen. Womöglich hat er sich noch gar nicht umgeschaut als schreibverliebter Mann des 19. Jahrhunderts. Oder blicken wir auf seinen heimlichen Traum? Wer dort nicht eben selten herumstromert, kann die originellsten Assoziationen von Flaniernden hören und registrieren, dass das Ensemble hinter dem Hotel viel Beachtung findet, nicht nur der Fotoheld Parzival am Steg.

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