Die Seele berühren, die Menschen inspirieren – und das alles ohne Starallüren

“Die Angst vor dem Scheitern hab ich überwunden”, sagte Johann Balle, Stichwort Aufnahmeprüfung. Zur Freude der vielen Gäste in der Kulturkirche Netzeband spielte er nach der Pause wunderbar locker auf mit seiner E-Gitarre. Und gefiel auch als Sänger, der Singersongwriter. Ebenso Laura Balle und Beatriz Pinto an der Klarinette und auf der Gitarre. Es gibt eben die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die Seele zu berühren.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Frank Matthus konnte seine riesige Freude über die positive Resonanz nicht unterdrücken, als er den Abend eröffnete. Warum auch? Gute Laune kann anstecken. Als Mensch der Kulturszene dürfte er bemerkt haben, dass da auch Musikfreunde aus Rheinsberg, Lindow und Neuruppin unter den zahlreichen Ortsansässigen saßen. Die Kulturkirche Netzeband ist eben eine der ersten Adressen im Kreis.

Portugisisch, Italienisch? Kein Problem. Pinto lässt die Saiten sprechen.

Charlotte Balle, die Leiterin der Kreismusikschule, konnte aus Termingründen doch nicht mit dabei sein. Aber ihre beiden Kinder und die aus Portugal stammende Gitarristin hatten kein Problem ohne die Konzerterfahrung der Violinistin – nicht musikalisch, nicht in der Performance. Zur Information: Die beiden jungen Musikerinnen studieren in Weimar, der Gitarrist in Leipzig.
Musikalisch ging es mit den Grazien nach Spanien. Von der Liebe war viel zu erzählen – wortlos. Auch ohne Gesang war die Leidenschaft zu spüren, aber auch eine gewisse Melancholie. Mit einem Liederzettel wäre es, das wollen wir nicht verschweigen, einfacher, hier ins Detail zu gehen. Eine auf vier Regionen reduzierte musikalische Landeskunde hatte ihren Höhepunkt im feurigen Tanz. Begeisterter Beifall allüberall!

Dieser Typ an der Gitarre wusste auch mit eigenen Songs zu gefallen..
Fotos: VHS

Als Solistin zauberte Beatriz Pinto mit ihrer Gitarre italienische Klange herbei. Dass sie zu Recht mehrfach preisgekrönt ist, wurde hörbar und spürbar. Saiten der Seele berühren sie alle – auch der Typ da vorne mit der E-Gitarre, etwa durch einen Song von Jeff Buckley, der schon mit 31 verstarb. Selbst in Leipzig muss eben nicht alles den Bach entlang gehen.
Punkt 18 Uhr war draußen schon das Osterfeuer entzündet worden. Dadurch ließ sich in der Kirche niemand beirren. Zuerst der Musikgenuss, dann das Spektakel der Flammen. Der Abend war noch lang. Das Trio triumphierte. Also kein Problem, wenn Mutter Balle auf Elternart fragt: “Und? Wie war’s?”

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