Die Kita „Miteinander“ in der August-Bebel-Straße 30C Foto: macron
Die Kita „Miteinander“ in der August-Bebel-Straße 30C ist als Denkmal des Monats Januar 2026 geehrt worden. Die Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg wurde am Freitagvormittag vor Ort feierlich überreicht.
Unter dem diesjährigen Jahresmotto „Altstadt von morgen“ würdigt die AG Projekte, die historische Bausubstanz bewahren und zugleich einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Belebung der Innenstädte leisten. Genau dafür steht das Gebäude im sogenannten „Bullenwinkel“: Es verbindet denkmalgerechte Sanierung mit moderner Nutzung und starkem gesellschaftlichem Engagement.
Den Auftakt der Veranstaltung gestalteten die Kinder der Kita „Miteinander“ musikalisch. Bürgermeister Nico Ruhle begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung des Projekts für die Entwicklung der historischen Altstadt. Baudezernent Jan Juraschek spannte in seinem Redebeitrag den Bogen von der ursprünglich geplanten Freifläche im „Bullenwinkel“ hin zur heutigen Nutzung des Gebäudes. Für die Stephanus-Stiftung als Eigentümerin sprach Dörte Jahns, Fachleitung Kindertagesbetreuung. Die eigentliche Auszeichnung nahm Nora Görke, Vorsitzende der AG Städte mit historischen Stadtkernen und Bürgermeisterin der Stadt Kyritz, vor. Im Anschluss bestand die Möglichkeit zu einem Rundgang durch das Gebäude.
Die Stephanus-Stiftung hatte das Objekt von September 2023 bis April 2025 umfassend saniert und neu strukturiert, um es an die Anforderungen einer modernen Kindertagesstätte anzupassen. Die Fontanestadt Neuruppin unterstützte das Vorhaben mit 1,35 Millionen Euro aus Mitteln der Altstadtsanierung im Rahmen der Städtebauförderprogramme „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und „Lebendige Zentren“.
Der Standort blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Nach dem Stadtbrand von 1787 wurden hier die Zuchttiere der Ackergilde untergebracht – daher der Name „Bullenwinkel“. Ende des 18. Jahrhunderts entstand ein eingeschossiges Exerzierhaus, das bis in die 1920er Jahre bestand. Zwischen 1939 und dem Kriegsende befand sich an dieser Stelle ein Wasserspeicher. Das heutige Gebäude wurde in den 1970er Jahren errichtet und bis 1992 als Kita genutzt. Später diente es als Werkstatt für behinderte Menschen, bevor 2011 eine Teilfläche wieder als Kita in Betrieb ging.
Ursprünglich war vorgesehen, das Gebäude im Rahmen des Blockkonzepts Kommunikation abzutragen und die Fläche als Grün- und Spielfläche zu gestalten. Doch der Kitastandort hatte sich etabliert. 2017 wurde das fortgeschriebene Blockkonzept von der Stadtverordnetenversammlung gebilligt, um den Standort dauerhaft zu sichern. Heute ist die Kita „Miteinander“ die letzte Einrichtung im Sanierungsgebiet „Historische Altstadt“. Zusätzlich befindet sich im Gebäude die Neuruppiner Tafel.
Mit der Auszeichnung als Denkmal des Monats wird deutlich: Der Erhalt historischer Bausubstanz kann weit mehr sein als reine Denkmalpflege – er kann ein starkes Signal für lebendige Quartiere, soziale Verantwortung und eine zukunftsfähige Altstadt setzen.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Neuruppin
