Nun gibt es auch von Karl Friedrich Schinkel einen Souvenirschein

Die Null ist entscheidend. Der Souvenirschein zu Ehren von Karl Friedrich Schinkel taugt nicht als Zahlungsmittel. Dabei wirkt er schon wie ein Geldschein. Wie der Sammlerwert sich entwickelt, wird sich zeigen. Zu erwerben ist der professionell gestaltete Schein in dem Geschäft “Herr Fontane” am Schulplatz, als dortiges online-Angebot und im Konzerthaus Berlin. Warum gerade dort?

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Herr Theodor Fontane hätte eine Antwort. Als Theaterkritiker war er nicht selten im Schauspielhaus. Und er wusste als Neuruppiner natürlich, dass ein anderer Sohn der Stadt für den Entwurf verantwortlich zeichnete. Was später aus Karl Friedrich Schinkels Plänen und Zeichnungen wurde, heißt nicht erst jetzt Konzerthaus. Ob die Verantwortlichen überhaupt eine Sekunde überlegen mussten, was sich anbietet für den Schein, ist nicht überliefert. Die Bauakademie? Das Museum? Die Neue Wache? Eine Kirche? Nein? Bitte das Schauspielhaus! Warum man in diesem Fall nicht auf das Denkmal in Neuruppin zurückgriff? Keine Ahnung. Der Fingerzeig mag den Ausschlag gegeben haben. Zeichnungen von Schinkel haben oft eine szenische Anlage.

Neuruppins Sohn nun auch als Souvenierschein – europäisch angelegt.

Auf jeden Fall hat das Papier etwas von geschützten Zahlungsmitteln und ist doch keins. Das Papier fühlt sich gut an. Wer solch einen Schein versehentlich mal an einer Kasse nimmt, um zu bezahlen, wird wahrscheinlich ein Lächeln ernten. Und eine zweite Chance bekommen. Schlagfertige Kassierende – zumindest aus dem Kreis der Lebensmittelverliebten – würden gewiss fragen: “Oh, ist der für mich?” Dieser zarte Hinweis ist ausdrücklich nicht als Anleitung zu einer das europäische Währungssystem sprengenden Straftat zu verstehen. Und die Null ist ja wirklich nicht zu übersehen. Sie steht links, nicht rechts wie sonst meistens in Mathematik und Politik, wie einst eine lockere Redensart in der sogenannten BRD wusste. Gedruckt wird in Frankreich.

Wo Karl Friedrich nach dem Wiederaufbau nicht lange beschult wurde…
Fotos: VHS

In der Schinkel-Gesellschaft in Neuruppin zeigte man sich überrascht von der Marketing-Aktion. Als gemeinnütziger Verein hat man Grenzen, beim Verkauf mitzuwirken. Daran hält man sich. Aber wenn die Popularität von Schinkel steigt, dürfte das auch im Sinne der Gesellschaft sein, vom Gemeinwesen Neuruppin ganz zu schweigen. Im Falle des Dichters Theodor Fontane ist das Neuruppiner Denkmal abgebildet, außerdem die Klosterkirche St. Trinitatis. Und es gibt am Schulplatz im Geschäft von Kristina Hannaleck noch mehr Souvenirscheintypen.
Zum Fontane-Jahr 2019 gab es in Berlin und Neuruppin noch keine Souvenirs dieser Art. Lief trotzdem nicht schlecht. Denn es gab ein Gesamtkonzept. Mit Blick auf das Schinkel-Jahr 2031 ist diese Scheinhürde jetzt schon genommen. Und es wird mit Wort und Sinn gespielt. “SOUV” findet sich als Block zwischen “EURO” und “ENIR”. So souverän kommt nur die freie Kunst daher…

Ein Kommentar

  1. Also, das „Konterfei“ auf der Front mag ja noch „schinkelianisch“ sein mit seiner Bildcollage. Aber was ist denn bitte auf der Rückseite noch Klassizistisch ? Das Kolloseum und der Eifelturm und die sagrada familia ??? … ganz und gar aus der Schiene ! … ich finde das peinlich und mag so einen Schein nicht geschenkt bekommen …

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