In Other Words – Jazz vom Feinsten im Café Tasca

Großer Jazzabend im Café Tasca: Das Jazz-Ensemble der Kreismusikschule begeisterte gemeinsam mit Anton Landeck bei „So What“ mit virtuosen Improvisationen, perfektem Zusammenspiel und Klassikern wie „Moanin“, „Milestones“ und Fly Me to the Moon. Zwischen Swing, Cool Jazz und Mondlandung entstand ein Konzertabend voller musikalischer Schwerelosigkeit.

Von macron

Mit einem Abend voller musikalischer Eleganz, Spielfreude und beeindruckender Improvisationen verwandelte das Jazz-Ensemble der Kreismusikschule gemeinsam mit dem Musiker Anton Landeck das Café Tasca in einen kleinen Jazzclub von internationalem Format. Unter dem Titel „So What“ präsentierten die Musiker:innen ein Programm, das tief in die Geschichte des modernen Jazz eintauchte – und gleichzeitig spürbar machte, wie lebendig diese Musik bis heute ist.

Schon die ersten Takte machten deutlich, dass hier keine routinierte Pflichtübung auf dem Programm stand, sondern ein Abend voller Leidenschaft, Konzentration und musikalischer Kommunikation. Die Musiker:innen interagierten nahezu blind miteinander, griffen Motive auf, warfen sich rhythmische Ideen zu und entwickelten ihre Soli mit großer Präzision und Leichtigkeit. Das Publikum erlebte eine Darbietung vom Feinsten.

Das Repertoire spannte dabei einen weiten Bogen durch die Jazzgeschichte. Zu hören waren unter anderem „A Go Go“, „Milestones“, „All The Things You Are“, „Cissy Strut“, „Moanin“, „Speak No Evil“, „In a Sentimental Mood“ sowie natürlich das titelgebende „So What“. Jeder Titel erhielt seine eigene Atmosphäre – mal kraftvoll und energiegeladen, dann wieder melancholisch und fast schwebend.

Hendrik Stiller Keyboard, Julian Norman Percussion, , Malte Kosmalla Percussion, Matthis Segebarth Trompete, Anton Landeck Trompete, Maximilian Schuck Drums, Berenike von Freymann Saxophon, Nils von Freymann Bass, Pau Llop Rodríguez Posaune
Fotos: macron

Besonders eindrucksvoll wirkte dabei die Interpretation von Fly Me to the Moon, ursprünglich unter dem Titel „In Other Words“ bekannt. Das Stück passte nicht nur musikalisch hervorragend in den Abend, sondern eröffnete zugleich eine Verbindung weit über den Jazz hinaus. Der Song, der durch Frank Sinatra weltberühmt wurde, begleitete symbolisch sogar die Apollo-11-Mondlandung: Astronaut Buzz Aldrin hörte das Lied nach der Landung tatsächlich auf dem Mond. Eine schönere Verbindung zwischen musikalischer Schwerelosigkeit und Aufbruchsstimmung lässt sich kaum denken.

Auch im gut besuchten Café Tasca entstand an diesem Abend stellenweise genau dieses Gefühl: Musik, die den Raum verlässt und für einen Moment etwas Größeres entstehen lässt. Das Publikum dankte es den Musiker:innen mit langem Applaus und großer Aufmerksamkeit bis zum letzten Ton.

Der Konzertabend zeigte eindrucksvoll, welches Niveau die Arbeit der Kreismusikschule inzwischen erreicht hat – und wie lebendig die Jazzszene auch in Neuruppin sein kann, wenn junge und erfahrene Musiker:innen gemeinsam auf der Bühne stehen.

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