“She will be loved” – und noch viel mehr von den Pepperbeans.
Wenn nichts mehr hilft, wenn immer noch irgendwo irgendein Typ nichts kapiert hat von Gleichberechtigung, geht’s auf das “Rosa Floß”. Und dann geht’s ab, wie mit der Band “Rosa” am Internationalen Frauentag, zu dem sich über 300 Menschen auf dem Schulplatz eingefunden hatten – keineswegs nur Mädchen und Frauen. Das Team der Veranstalterinnen konnte hochzufrieden sein.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Kreis erinnerten an die vielen Frauen, für die man hier spreche und demonstriere. Als Beispiele aus der langen Reihe seien die genannt, die zu Tode kamen, nur weil sie Frauen sind, und die Frauen, die unter den Zwängen einer Religion leiden. An anderer Stelle wurden die Iranerinnen explizit genannt. In einem Redebeitrag ging es auch um die bedrückende Sitution der Mädchen und Frauen in Afghanistan nach Rückkehr der Taliban an die Knüppel der Macht. Die junge Frau war 2015 als kleines Kind mit ihren Eltern nach Deutschland geflohen. Ihre Worte wirkten sehr bewegend, ihr Selbstbewusstsein sicher ermutigend.

Mit viel Humor präsentierte sich eine Gynäkologin, konnte sie doch berichten, dass die männerdominierte Medizin nun endlich auch die Frau entdeckt habe. Wahrscheinlich zwischen den Akten. Ist ja auch bloß die Mehrheit der Menschheit, von Volljährigkeit ausgehend. Jubel und Heiterkeit schlug der Gyn entgegen. Anders getönt die Reaktion, als eine junge Vertreterin des kreisweit agierenden Frauennetzwerks über Elternzeit berichtete und von einem Dilemma zum nächsten balancierte, etwa bei der Frage, wer zu Hause bleibt. Wer weniger verdient. Und wer verdient zumeist weniger in den jungen Familien?

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Die Pepperbeans, ein Chor der Kreismusikschule, weckte Ausbruchs- und Aufbruchsphantasien mit ihrem Liedgut. Immer nur Fürsorge? Immer nur Zurückhaltung und Wohlanständigkeit? “Nein Danke!” Ähnlich auch einzelne Parolen auf Plakaten und Tuchwerk. Mit falschen Vorstellungen von Feminismus wurde auch aufgeräumt. Denn es gebe auch für Jungen und Männer etwas zu gewinnen bei Überwindung von altem Denken und überkommenem Rollenhandeln. Der Trend in der Gesellschaft beunruhige derzeit, hieß es, doch auch der könne durchbrochen werden. Deshalb waren die vielen Menschen versammelt, deshalb diese Generationenvielfalt. Ein großartiges Zeichen!
Blieb nur die Frage, warum der Raum der Gruppe, in dem die junge Afghanin und andere junge Leute sich finden konnten, zum Monatsende (von wem?) gekündigt wurde und was getan werden muss, damit dieser Weg fortgesetzt werden kann. Die Freude über das Erreichte wurde dadurch nicht getrübt. Dem Wetter entsprechend war Frühlingsstimmung auf dem Schulplatz. Und der Weltfrauennachmittag hatte ja erst angefangen…
