Horst Schleweis Foto: Kai Sudy
Viele Jahre hat Horst Schleweis die Entwicklung der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft mitgeprägt. 2003 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Nun ist er im Alter von 94 Jahren verstorben. René Wildgrube erinnert sich noch an wichtige frühe berufliche Prägungen.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle in einem Architekturbüro lernt Wildgrube in den ausklingenden 90er-Jahren seinen zukünftigen Chef Horst Schleweis kennen. Der hat ihn sozusagen entdeckt. Unter mehreren Kandidaten wird René ausgewählt wegen seines ausgeprägten dreidimensionalen Vorstellungsvermögens. Die drei Ausbildungsjahre seien durch eine glänzende Auftragslage der Neuruppin Projekt GmbH gekennzeichnet gewesen, erinnert Wildgrube sich. Arbeitsatmoshäre und Betriebsklima seien außergewöhnlich gut gewesen, einmal durch die positiven beruflichen Herausforderungen und die gemeinsame Herangehensweise im Team, dann aber auch durch Schleweis’ Sinn für Gemeinschaft und Festlichkeit. Ein Geburtstag, ein Jubiläum – Grund genug, innezuhalten und sich auch mal gemeinsam zu vergnügen. Mit Horst Schleweis, so Wildgrube, verbinde ihn eine große Dankbarkeit. Sein Tod sei auch ein schmerzhafter Verlust für die Schinkel-Gesellschaft. Für den Lions Club sicherlich ebenso.
Die Ernennung zum Ehrenmitglied der Schinkel-Gesellschaft fiel in das Jahr, in dem die Wiederherstelung der Umfassungskonstruktion des Schinkeldenkmals und die Restaurierung der Schinkelstatue abgeschlossen werden konnten. Horst Schleweis war entscheidend daran beteiligt, das zeigt eine Dokumentation. In diesem Zusammenhang ist auch an seine Großzügigkeit zu erinnern. Ältere Mitglieder der Schinkel-Gesellschaft wie Peter Weber verbinden mit Horst Schleweis auch Stadtgeschichte und Stadtentwicklung. Die zahlreichen unterschiedlichen Bauprojekte kann man hier nicht auflisten. Ein Beispiel für Projektverständnis sei genannt. Als Bauarbeiten am Schinkel-Gymnasien anstanden, hätten Schleweis und sein Team konzeptionell dafür gesorgt, dass der Schulbetrieb weiterlaufen konnte. Jede Stunde zählt, besonders die, die zur Bewältigung von Herausforderungen fehlt. Hier fehlte keine.
René Wildgrube war mit dabei, als die IT an Bedeutung gewann im Bereich der Architektur und Bauzeichnung. Horst Schleweis sei offen für Veränderungen gewesen, er habe den Menschen aber stets im Mittelpunkt gesehen – im Betrieb, als Auftraggeber und als Bewohner. Gebaut wird von Menschen für Menschen. Schleweis habe, wo er konnte, den Einzelnen in seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten gesehen, habe gefördert und ermutigt. Und er habe den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein Gehalt geboten, mit dem es sich leben ließ, Urlaub inklusive. Die Liebe zur Ostsee habe beide verbunden. René Wildgrube dürfte für viele Menschen sprechen in Neuruppin, wenn er seine über den Tod hinaus bestehende Verbundenheit mit Horst Schleweis zum Ausdruck bringt und sich innerlich verneigt.
