Neuruppin und Ostprignitz-Ruppin: Politik macht Druck für besseren Bahnanschluss – Halbstundentakt für RE6

Die lokale und regionale Politik setzt sich mit Nachdruck dafür ein, die Bahnverbindung zwischen Neuruppin und Berlin zu verbessern. Hintergrund ist die anhaltende Verzögerung beim geplanten Halbstundentakt des Prignitz-Express(RE6), der bislang nur im Stundentakt verkehrt und dessen Ausbau immer wieder verschoben wurde. (VBB)

Von: macron

Landkreis Ostprignitz-Ruppin unterstützt Petition und Machbarkeitsstudie

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat Ende Dezember 2025 offiziell seine Unterstützung für die Online-Petition „Für den zügigen Ausbau der Bahnstrecke des Prignitz-Express (RE6)“ bekräftigt, die eine Verbesserung der Verbindung nach Berlin fordert. (Change.org)

Landrat Ralf Reinhardt (SPD) untermauert diesen Kurs: Da der ursprünglich geplante Halbstundentakt auf der Stammstrecke frühestens Ende 2032 realistisch sei, solle der RE6 dauerhaft über Löwenberg und Oranienburg nach Berlin geführt werden. Diese Variante gilt als umsteigefrei und teilweise schneller und könnte bereits vor dem eigentlichen Ausbau zu einer deutlichen Verbesserung führen. Der Landkreis hat eine Machbarkeitsstudie bei der Firma SMA in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Anfang 2026 erwartet werden. (Ostprignitz-Ruppin)

Bürgerinitiative und Forderungen der Petition

Die Bürgerpetition, initiiert von Einwohnerinnen und Einwohnern aus der Region, verlangt:

  • den zügigen Ausbau der RE6-Strecke über Hennigsdorf, wie im Landesnahverkehrsplan vorgesehen,
  • und eine Übergangslösung, bei der der RE6 und gegebenenfalls die RB55 über alternative Strecken abwechselnd verkehren, um schon vor dem Bau den Halbstundentakt zu ermöglichen.

Mit inzwischen über 1.500 Unterschriften zeigt die Initiative die hohe Bedeutung dieses Themas für Pendlerinnen und Pendler, Berufstätige und Reisende in der Region.

Neuruppiner Bürgermeister Nico Ruhle fordert verbesserte Mobilität

Auch Nico Ruhle, Bürgermeister von Neuruppin, bringt das Thema regelmäßig auf die politische Agenda. Ruhle betont, dass die Bahnverbindung für die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner sowie für die Wirtschafts- und Tourismusentwicklung der Region entscheidend sei. Verbesserte Takte und verlässliche Verbindungen nach Berlin könnten nicht nur Pendlern, sondern auch dem ländlichen Raum insgesamt zugutekommen. Wir berichteten darüber.

Unterstützung aus Potsdam: Minister Benjamin Grimm bekräftigt Anliegen

Beim Neujahrsempfang der Stadt Neuruppin am 9. Januar 2026 war Benjamin Grimm (SPD), Minister für Justiz und Digitalisierung des Landes Brandenburg, zu Gast. Grimm brachte seine Unterstützung für die Diskussion um eine leistungsfähigere Bahnverbindung zum Ausdruck. Er begrüßte die Initiative aus Stadt und Landkreis, den RE6 über die alternative Strecke zu stärken – gerade im Hinblick auf eine verbesserte Erreichbarkeit der Hauptstadt und die Bedeutung umweltfreundlicher Mobilität. (MAZ – Märkische Allgemeine Zeitung)

Bürger und Parteien fordern einen schnellen Halbstundentakt.
Foto: Thorsten Körner

Politische Akteure aus Neuruppin und der Region ziehen mit

Auch lokalpolitische Vertreter aus Neuruppin setzen sich für eine beschleunigte Verbesserung ein:

Bündnis 90/Die Grünen Ostprignitz-Ruppin unterstützen die Forderung nach einem schnelleren Ausbau der Bahnverbindung und einem verlässlichen Halbstundentakt. Die Grünen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende, zur wirtschaftlichen Attraktivität der Region und zur Reduzierung von Pendler-Autoverkehr.

Die CDU Neuruppin hat die laufende Petition ebenfalls begrüßt und fordert eine ernsthafte Prüfung, wie sowohl die Stammstrecke über Hennigsdorf als auch alternative Streckenführungen erhalten und miteinander kombiniert werden können, um pünktliche und häufigere Verbindungen zu gewährleisten.

Aktueller Stand zur Taktverdichtung und Bauarbeiten

Der Prignitz-Express RE6 verkehrt derzeit weiterhin überwiegend stündlich zwischen Neuruppin und Berlin – die ursprünglich geplante Taktverdichtung ist mehrfach verschoben worden. Grund sind Verzögerungen bei den Bauarbeiten für einen zweiten Gleisstrang zwischen Neuruppin und Hennigsdorf, der Voraussetzung für einen Halbstundentakt wäre. (VBB)

Seit August 2025 wird der RE6 bereits über Löwenberg und Oranienburg nach Berlin geführt, weil Bauarbeiten an der Strecke zwischen Kremmen und Neuruppin stattfinden. Diese Umleitung bietet teilweise umsteigefreie Verbindungen unter einer Stunde und ist ein wichtiger Teil der aktuellen Überlegungen, sie künftig dauerhaft zu nutzen. (heiligengrabe.de)

Was bedeutet das für Pendlerinnen und Pendler?

Sollte sich die Lösung über Oranienburg als praktikabel erweisen, könnte Neuruppin durchgehend besser an das Berliner Schienennetz angebunden werden, auch wenn der klassische Ausbau der Strecke noch Jahre dauert. Der Mobilitätsdruck bleibt hoch: Viele Berufstätige und Auszubildende wünschen sich einen regelmäßigeren Takt, um Pendelzeiten zu reduzieren und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen. (In neuruppin)


Quellen:
RE6: Landkreis unterstützt Petition… – Landkreis Ostprignitz-Ruppin Presseinformation, Dezember 2025 – Machbarkeitsstudie und Forderungen (Ostprignitz-Ruppin)
Prignitz-Express RE6: Landkreis fordert Halbstundentakt über Oranienburg… – In Neuruppin, 5. Januar 2026 (In neuruppin)
Ostprignitz-Ruppin fordert halbstündigen Bahntakt nach Berlin – externe Medien (schiene.de)
Minister Grimm unterstützt alternative Streckenführung – regionale Medien (MAZ) (MAZ – Märkische Allgemeine Zeitung)
Aktuelle Lage und Bauarbeiten beim RE6 – Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB)

Auch interessant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert