Jung und Alt auf dem Weg nach oben zum König.
Die Initiative “Kunst unterwegs” war nun auf dem Schulplatz angekommen. Und rund um das Königsdenkmal in Neuruppin sah man am Nachmittag Menschen, die Irina Rockels Ausführungen über König Friedrich-Wilhelm II. und die Art des Gedenkens lauschten. Das Angebot der Stadtwerke, sich mit einem Hubsteiger auf Augenhöhe gegenüber dem König zu begeben, konnte nur in ganz kleinen Gruppen wahrgenommen werden. Das Interesse war groß.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Die Bedeutung des Königs für die Entwicklung der Stadt nach der Brandkatastrophe von 1787 war ein Thema. Der Umgang mit dem Denkmal ein anderes.
Bürgernähe war keine Kategorie des aufgeklärten Absolutismus. Aber bedenkenswert, so Rockel auch in ihrem Werk “Neuruppin – so wie es war”, wirkt schon allein die Tatsache, dass der Wiederaufbau der damaligen Lateinschule Priorität bekam. Ab November 1812 durfte man sich Gymnasium nennen. Klar, dass es später in Friedrich-Wilhelms-Gymnasium umbenannt wurde.

Fotos: VHS
Die Einweihung des Denkmals als Dank der Bürgerschaft erfolgte am 26. August 1829. Der Grobentwurf stammt von Karl Friedrich Schinkel. An der künstlerischen Gestaltung waren der Bildhauer Christian Friedrich Tieck und ein Bronegießer namens Hopfgarten beteiligt. In dem besagten Buch ist auf einem Foto zu erkennen, dass die Friedrich-Wilhelm-Straße einst nur wenige Meter vom Denkmal entfernt verlief. Ab April 1933 schaute Friedrich-Wilhelm II. über den Adolf-Hitler-Platz. Mit dem braunen Spuk war im Mai 1945 Schluss. Sockel und Heldenfigur haben seit 1947 eine überaus wechselvolle Geschichte gehabt. Parkpflege ist hier nicht mehr vonnöten heutzutage. Aber engagierte Bürger und Bürgerinnen kümmern sich um Pflanzenschmuck unmittelbar am Denkmal. Und es war auch bürgerschaftliches Engagement, das die Wiedererrichtung im Jahr 1998 zum Ziel hatte. Man war erfolgreich. Ein gewisser Reichtum von Neubürgern aus dem Westen habe das möglich gemacht, so Irina Rockel.
Über Photografiemotive kann man nicht Buch führen, doch der König belegt sicherlich keinen schlechten Platz im Ranking der Fontanestadt Neuruppin. Ob jemand von den Glücklichen auf dem Hubsteiger ein Selfie mit dem weitsichtigen Herrscher im Hintergrund gemacht hat? “Kunst unterwegs” ist am 28. August ab 16 Uhr im Park rund um die Neuruppiner Kliniken unterwegs. Günter Rieger informiert.







