Die Kinder sind neugierig. Sie wollen was entdecken in der Natur in der Nähe von Neuruppin. Die Jugendlichen sind frustriert. Es reicht ihnen, was sie entdecken mussten als Lebenswirklichkeit in Neuruppin. Zwei Filmprojekte, beeindruckende Lebensspuren. Es hatte sich mal wieder gelohnt, in den Hangar 312 zu kommen zum Filmabend.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Wir schreiben das Jahr 1993. “Umweltlernen” wird gefördert in Brandenburg. Im Hangar 312 konnte Peter Jacobsen gut 40 Gästen die Lehrfilme präsentieren, die seinerzeit aus dem Projekt hervorging. Entdeckendes Lernen ist ein nicht mehr ganz neues Schlagwort dafür. Die Kinder aus dem ersten Jahrgang durchstreifen die freie Natur. Sammeln, vergleichen, beschreiben. Später entstehen noch Zeichnungen und Geschichten daraus. Ein eigenes Buch ist in Arbeit. Gruppenleben gehört auch zu dem Ausflug mit Übernachtung. Die Kinder wirken glücklich. Niemand nervt, der Fachmann auch nicht.
Die Jugendlichen wirken unglücklich. “Null Bock oder keine Chance”, heißt der Film aus der Zeit um das Jahr 2000. Man zahlt noch in D-Mark. Das Leben bisher – eher leidvoll. Desillusionierend. Drogen sind vereinzelt auch von Bedeutung. Aber dann läuft da dieses Projekt. Eine Art Sozialtraining. Eine Ermutigung. Ziel ist der Einstieg in die Berufausbildungswelt. Der Trainer kommt selbst an seine Grenzen. Stadtbilder prägen den Film. Man leistet schon bald als Team einfache Dienste. Insgesamt ist sicher von einer Verbesserung der Resilienz zu sprechen. Regisseur Hans-Dieter Rutsch würdigt die Arbeit der Beteiligten.

Fotos: VHS
Die beiden Filmemacher deuten an, dass es solche Projekte nicht mehr gebe. Ob das zutrifft, wäre genau zu klären. Projektwochen an Schulen sprechen dagegen, Projekte in Jugendzentren ebenfalls. “Lernen in Bewegung” könnte eigentlich über beiden Projekten stehen.
Die Frage, woher die beeindruckenden Graffitys im Tunnel unter der Bahnstrecke stammen, wird auch beantwortet.

