EVI Juniorkantorei drei Tage lang auf Tournee rund um Neuruppin

Elterntaxi? Panzerwagen? Von wegen! Mit einfachen Fahrrädern fuhren die jungen Leute von der EVI Juniorkantorei drei Tage lang über die Dörfer, um ihr Programm “Einfach so wie ich bin” in verschiedenen Kirchen darzubieten. Wer Matthias Noack und den Chor erlebte, durfte sich nicht nur an den musikalischen Darbietungen erfreuen. Es gab auch etwas Lebenspsychologie aus berufenem Munde und eine lebensfrohe Ausstrahlung.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Schon die Tatsache, dass die gesamte Moderation von Mitgliedern des Ensembles bewältigt wird, ist eine Erwähnung wert. Zu erleben war die EVI Jugendkantorei in den Kirchen in Bechlin, dem Ortsteil von Neuruppin, in Fehrbellin und in Buskow. Die Fahrräder unweit der großen Kirche in Fehrbellin verrieten, wie man sich an diesen Tagen fortbewegte. Singend kamen sie hereinmarschiert. Friedfertig, versteht sich. Später gab es auch einen Beitrag aus verschiedenen Ecken der Kirche, doch im Mittelpunkt stand der Altarraum in seiner Weite und mit seiner Ausstrahlung vor dem Kreuz Jesu. Matthias Noack begleitete am Elektropiano. So wie er sich zurücknahm, könnte man fast vergessen, wie intensiv die Vorbereitung gewesen sein muss.
Nicht alle Mitwirkenden (aber die meisten) besuchen die Evangelische Schule Neuruppin, dort ist das Ensemble verwurzelt.

Vor der großen Kirche in Fehrbellin – letzte Hinweise zum “Einmarsch”.

Auf die Schöpfung wird ein Loblied gesungen. Es geht um Gottvertrauen und Zuversicht, aber auch um Sorgen und Ängste. Wie sehr die Menschen sich verletzen können, gerade in jungen Jahren, gerade mit allerlei Geräten, das muss hier nicht erklärt werden. “Ich kann dich leiden, so wie du bist”, variiert das Motto des Konzerts ein wenig. Es gibt Komplimente. Es gibt Wertschätzung – gesprochen oder gesungen, auf Deutsch oder auf Englisch. Mit afrikanischen Gospels wird der Blick geweitet. Eine Sammelaktion galt einer Schule in Uganda. Hatte man einige der jungen Sängerinnen nicht erst kürzlich auf dem Schulplatz gesehen mit Kaffee, Keksen und Kuchen?

Matthias Noack am Elektropiano – die Juniorkantorei sicher im Blick.
Fotos VHS

Außer Psalmgut und sinnschwerem Bibelwort gab es auch Köstlichkeiten der Popmusik wie “Mamma Mia”. Der Hit von ABBA soll schon leicht über 50 sein? Hört man gar nicht heraus. Ein “Feuer in der Seele”? Auch schon bei Oma und Opa? Hüben, drüben, überall? Und heute?
Schade, dass nicht mehr Jungen zu erleben sind in der Juniorkantorei. Aber das kann sich ja noch ändern. Cool genug kommen die jungen Leute daher. Aber eben nicht kalt. Locker wechseln ein paar Mädchen sich ab bei den Ansagen. Und dann sind sie wieder allesamt eine Stimme oder ein Part im Kanongesang. Ihre Zuwendung im Bühnenspiel ist von großer Symbolik, paarweise bilden sie je ein Dach, fast wie ein Gotteshaus. Container wären eine Schande vor dem Herrn. Später fliegen papierne Segler durch die Luft – wie sanftmütige Schwalben. Kreativität dieser Art kennt keine Grenzen.
“Lobe den Herrn, meine Seele!”, war zugleich eine Einladung zum Mitsingen. Alle Beiträge fanden großen Anklang bei den rund sechzig Gästen in Fehrbellin. Sicher nicht anders in Buskow und in Bechlin. Über die plakatierte Ankündigung hinaus soll es am Sonntagmorgen noch ein viertes Event gegeben haben. So lässt sich frohgemut und gottselig radwandern in der Mark Brandenburg…

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