Bald grünes Licht für die Wiederherstellung des Ecktempels im Tempelgarten?

Seit 1970 ist der Ecktempel des Tempelgartens Geschichte. Nun war auf der Mitgliederversammlung des Vereins Tempelgarten aus berufenem Munde zu hören, dass die Zeichen nicht schlecht stünden für die Wiederherstellung – natürlich unter Berücksichtigung der Vorgaben des Denkmalschutzes. Nicht nur wegen solch guter Nachrichten prägte beste Laune die Mitgliederversammlung, zu der sich auch fünf Gäste eingefunden hatten.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Peter Weber, in Neuruppin mit dem Wort “Urgestein” nicht ganz treffend bezeichnet angesichts seiner Vitalität und seines Humors, bestätigte den Versammelten, darunter Bürgermeister Nico Ruhle, dass der Rückbau des Ecktempels im Jahr 1970 erfolgt sei. Sein unmittelbarer Eindruck am Abrisstag muss sich tief eingeprägt haben. Als Initiator der Bemühungen um eine Wiederherstellung galt ihm der Dank der Versammelten.
Seitens des Vorstandes wurde die Hoffnung geäußert, mit der Wiederherstellung gleich im kommenden Jahr beginnen zu können. In Erwägung gezogen wurde ein solches Projekt bereits 2009, so Schatzmeisterin Jutta Sand. Als Baujahr gilt 1856, eine erste Idee im Sinne des aktuellen Projekts soll es bereits 1979 gegeben haben. Nun war Amtsleiter Fred Müller nicht wegen der Ideengeschichte zugegen, sondern (in vertretender Funktion) wegen der baldigen baulichen Umsetzung und der Sicht der Stadt aufs Ganze. Man teilt dort den Optimismus, wohlwissend, dass noch Höhere mitreden.

Der amtierende Vorstand: Schatzmeisterin Jutta Sand hat das Wort.

Mit Kosten von 270.000 Euro sei zu rechnen, so die Schatzmeisterin. Der Verein werde angemessen beteiligt sein. Das Fundament der Finanzierung aber bilden eingeworbene Spenden. Wie man sich das Objekt baulich vorstellen darf und welche Nutzungsmöglichkeiten sich bilden könnten, wird bei Gelegenheit näher zu beleuchten sein. Noch heißt es auf dem Faltblatt für Interessierte bloß “Reste eines Ecktempels”. Außerhalb der Mauer die Sockelreste wirken rätselhaft. Ihre Tage dürften gezählt sein.

Die Enthüllung der Putte durch großzügige und behutsame Hände.
Fotos: VHS

Viel Beifall gab es auch, als eine kürzlich beschädigte Putte in bestem Zustand enthüllt wurde. Die Stiftung Soziales Neuruppin war entscheidend beteiligt an der Finanzierung der Behandlung.
Rückblick und Ausblick der Vorsitzenden Steffi Schieferdecker auf das Vereinsleben fielen zu Recht positiv aus. Die Führungsangebote würden sehr gut angenommen, um hier nur ein Beispiel zu nennen. Wie viele Touristinnen und Touristen sich einen Eindruck verschaffen vom Tempelgarten, entzieht sich natürlich der Statistik des Vereins, ebenso die Bedeutung des seit eineinhalb Jahren laufenden gastronomischen Angebots. Gern denkt man an die Feierlichkeiten rund um den 250. Geburtstag von Alexander Gentz zurück. Die Kooperation mit dem benachbarten Museum Neuruppin und Maja Peers’ Team habe sich bewährt. Im Jahr 2025 war das eigene 30jährige Jubiläum natürlich ein Highlight. Irina Rockel, 1995 Gründungsmitglied des Vereins, überraschte die Versammelten mit einem Geschenk, das im Tempel selbst Platz finden soll. Die historische Zeichnung zeigt den Tempel noch als offen, also im ursprünglichen Zustand.
Als Magnet erwiesen sich auch 2026 wieder die Theaterabende. Und aus dem Ensemble von Theater 89 weiß man, wie gerne sie in Neuruppin im Tempelgarten auftreten. Die Erfolgszahlen von 2026 gehen erst in die nächste Bilanz ein. Wie weit wird man dann wohl sein im Tempelgarten im Hochsommer 2027 mit dem Projekt Ecktempel, seinerzeit auch Magistratsschirm genannt?

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