Junge Leute in Aktion auf dem Parkplatz am REIZ.
Aufräumtag? Eigentlich wäre primär vom Saubermachen zu reden, von Entsorgung und Recycling. Aber in Deutschland hat sich das beliebte Wort vom Aufräumen durchgesetzt für das UN-Projekt Clean Up Day. In Neuruppin waren am 18. September wieder viele junge Leute unterwegs, um in Begleitung ihrer Lehrkräfte Müll jeder Art einzusammeln und an die zunächst dafür vorgesehenen Stellen zu bringen.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Auf dem riesigen Parkplatz beim REIZ und an seinen Rändern sah man, dass es nicht etwa bloß um Kleinigkeiten geht. Einkaufswagen dienten als Transportmittel. Auf dem Stadtwall waren Gruppen von der Rosa-Luxemburg-Schule und von der Puschkin-Schule zu bestaunen mit ihren Mülltüten. Ebenso rund um Kirchplatz, Schulplatz und Braschplatz. Ist man gelegentlich in anderen, insbesondere in größeren Städten unterwegs, kommt man nicht umhin, Neuruppin einen ziemlich niedrigen Verschmutzungsgrad zu attestieren. Man nehme nur den Stadtwall an beiden Seiten der Schinkelstraße. Aber das hieß nicht, dass die dort agierenden Grundschüler und Grundschülerinnen nichts zu tun gehabt hätten. Erst wenige Tage zuvor hatten Profis die Gefahren durch Äste und Zweige in diesen Bereichen der Stadt zu mindern versucht. Am Spielplatz nahe an der Stadtmauer schon nach dem letzten verheerenden Sturm. Sonst wäre der Stadtwall hier sicherlich nicht ausgewählt worden als Reinigungspfad. Gut gelaunt versammelten sich die “Puschkins” nach getaner Arbeit zum Klassenfoto an der Mauer, im Blick das Terrain, wo sonst eher Tischtennis gespielt wird, gebolzt auf Zwergtore oder geschaukelt und gerutscht. .

Seitens der Stadt Neuruppin wurde schon vorab mit Stolz darauf hingewiesen, dass in diesem Jahr mehr als 2.500 Schülerinnen und Schüler mitmachen. Lehrkräfte aus zwölf Schulen seien mit von der Partie, außerdem über 50 Helferinnen und Helfer. Man sei schon super gespannt, wie viele Tonnen Abfall und wie viele Tausende Zigarettenkippen dieses Jahr zusammenkämen.
Müllsammelrekorde haben natürlich etwas Zwiespältiges. “Nichts zu finden!”, wäre die eigentliche Sensation. Doch davon ist selbst Neuruppin noch weit entfernt, das zeigte sich schon gegen zehn Uhr. Die Tage der Nachhaltigkeit bilden in Neuruppin einen sinnvollen Rahmen für das Projekt Clean Up Day. Akteure und Akteurinnen der Initiative “Klima und Alltag” gehören zu den Unterstützenden.

Fotos: VHS
Die nicht weit von der Fontanestraße entfernt stehende Bank mit dem delikaten Motto “Plausch & Lausch”, auf der in sonderlicher Orthographie “HeiL” notiert ist, gehört nicht zum lokalen Reinigungsprojekt. Es geht um Gegenständliches, es geht um Plastik und Unrat, nicht um Hirnrissiges.
