“Gut erhaltene Bücher aller Art sind willkommen – jedoch nur solche, die Kindern und Jugendlichen nicht schaden”, heißt es in der Benutzerordnung des Bücherschranks in Bechlin. Das dürfte auch für die anderen offenen Angebote gelten. Die äußere Art der Präsentation ist sehr unterschiedlich. Das Angebot durchweg vielfältig.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
Die Telefonzellen in Wulkow stechen ins Auge. In der Kernstadt droht die Tür, die den Weg zu den Büchern öffnet, manchmal neben Kunstwerken zu verblassen. Und der Schrankkasten am Straßenrand in Bechlin ist auch eher unspektakulär. Parken ist dort kein Problem, wenn man mit einem Fahrzeug vorbeikommt. Das ist in Wulkow etwas anders, aber es gibt ja gegenüber eine Nebenstraße. In Neuruppins Mitte ist Parken schwierig. Man sieht ohnhin überwiegend Fußgängerinnen und Fußgänger am Schrank – manchmal schon früh am Morgen, manchmal spät abends. Insgesamt erstaunlich viele.
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“Geben und Nehmen”, das ist Prinzip. Ob die Aktivitäten schon einmal statistisch erfasst wurden? Auch im Hinblick auf die Schwerpunkte ist es schwierig, als Gelegenheitsnutzer eine Aussage zu treffen. Das Spektrum ist breit, von der Belletristik bis zum Wörterbuch, vom Reiseführer bis zum Ratgeber. Werkausgaben sind gelegentlich zu sehen. Große Namen der DDR-Jahre findet man – und nicht nur die Strittmatters. Dann Schullektüre, dann manchmal Ostausgaben von sogenannter Westliteratur. Russen wie Puschkin, Tolstoi oder Dostojewski hat man schon gesehen. Dann gut laufende Krimireihen. Insgesamt scheint die Unterhaltsamkeit wichtiger zu sein als die literarische Bildungsarbeit. Aber das ist nur ein Eindruck.

Fotos: VHS
Spuren von Vandalismus hat man noch nicht gesehen. Wie oft wohl aufgeräumt wird? Und aussortiert? Und warum? Noch ein Forschungsthema. Bücherkartons auf dem Bürgersteig gibt es auch hin und wieder in Neuruppin. Und die Telefonzelle am Cafe Kontor, die anscheinend zum Haus dazugehört.
Die Aufnahmen sind Heiligabend am frühen Nachmittag entstanden. Dass irgendwer noch ein Geschenk suchte, wurde nicht beobachtet. Dass irgendwer schon ein Geschenk wegbrachte, ebenfalls nicht.







