Ungereimtheiten beim Buchhandlungspreis 2025 – Fälle von Extremismus?

Eine kompetent besetzte Jury hatte 118 Buchhandlungen für die Prämierung mit dem Buchhandlungspreis vorgeschlagen. Havelbuch war auch bei den Ausgezeichneten für das Jahr 2025, aber drei fehlten am Ende. Nun spekuliert man allüberall, was der Grund gewesen sein könnte.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

“Eine Zensur findet nicht statt”, heißt es im Grundgesetz. Zuständig für den Buchhandlungspreis ist das Ministerium von Kulturstaatsminister Wolfgang Weimer (parteilos). Von der Länderhoheit in Kulturangelegenheiten sieht man hier ab. Eine Zersplitterung würde die Ehre nicht größer machen. Also agiert das BKM in Berlin. In diesem Fall war die Aktion die Streichung der eigentümergeführten Buchhandlungen “Schwarze Risse” (Berlin), “The Golden Shop” (Bremen) und “Rote Straße” (Göttingen). In einem groß aufgemachten Beitrag in der Süddeutschen Zeitung wird der Handlungsspielraum des Ministeriums erläutert. Demnach könnte Extremismusverdacht der Anlass sein. Und das Bundesamt für Verfassungsschutz könnte auf Anfrage des BKM Hinweise im Hinblick auf die Gestrichenen gegeben haben. Niemand weiß was. Eine Grauzone.

Tarnfarben in großer Vielfalt – hier zur Angstminderung..
Bild: KI-generiert

Wir schwierig eine Einordnung von Literatur oft sein dürfte, zeigt der Fall “Krah”. Das gleichnamige Bilderbuch von Leo Timmers zeigt eine schwarze einsame Krähe, die sich blau einfärbt, um Vorbehalte beim bunten Federvieh zu zerstreuen. Rot probiert die Krähe auch. Und Grün. Und Kombi. Vergebens. Und doch flattert sie am Ende mit den jüngeren Piepmätzen fort. Freundschaft! Das Glück der Vielfalt! Die Tiere sind übrigens extrem gut gezeichnet.
Andererseits gibt’s im Buchhandel das Manifest des AfD-Politikers Maximilian Krah. Titel: “Politik von rechts”. Krah gehört gewiss zu den Scharfmachern in der Partei. In “Compact”, dem völkisch eingefärbten “Magazin für Souveränität”, findet er immer wieder die rechte Beachtung. Sein Werk ist frei bestellbar, genauso wie Alice Weidels “Widerworte”. Was aber, wenn man beim Verfassungsschutz das Bilderbuch “Krah” unter rechtsextremistisch verbucht? Und womöglich gerade davon viele Exemplare in den beargwöhnten Häusern bestellt wurden? Die ganze Welt sollte es kennen! Das andere muss erst noch bei Fontane bestellt und dann studiert werden. Oder schadet das dem Ruf des eben erst zu Recht prämierten Hauses?

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