Axel Geis – schon mal gehört, schon mal gesehen? “Schicksalsnacht”?

Alles dreht sich in diesem Jahr in Rheinsberg um Prinz Heinrich. Sogar aus den Schaufenstern schaut er einen an, schön wie er ist. Wie leicht könnte da übersehen werden, was derzeit im Tucholsky-Literaturmuseum präsentiert wird an Seelenleben: Axel Geis’ Ausstellung “Schicksalsnacht, Schicksalsnacht, Schicksalsnacht!” ist noch bis zum 4. Oktober 2026 zu entdecken.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Wie ein Geschlagener sitzt er da, der Mann mit dem langen roten Schlips. Alle Welt kennt ihn. Niemand begreift ihn. Ein Schlosssaal wäre wohl der rechte Ort für den König der Selbstüberschätzung. Falls man die Liste richtig gelesen hat, ist DtMF der Titel. Bei der Eröffnung Mitte Juli werden Peter Graf und Axel Geis vermutlich über solche Kryptik und einzelne Motive gesprochen haben. Wieder was verpasst!

Porträtkunst

Geis erblickte das Licht der Welt in Limburg an der Lahn. Ob er sich erschrocken hat? Schon lange lebt er in Berlin an der Spree. Er macht viel mit Menschen. Mit kleinen Lichtern und ganz großen Kronleuchtern. An einer Wand im Museum könnte man sich in einer Familie wähnen. Frauenporträts aus einem Jahrhundert? Fotokunst wird nicht imitiert. Nicht karikiert. Der Maler wirkt inspiriert.

Charakterkopf.
Fotos: VHS

Eine junge Frau hat die Haare anscheinend diesmal selbst geschnitten. Und gefärbt? Anders als Milliarden Menschen auf Selfies guckt sie gezielt vorbei am Betrachter. Nicht auszudenken, das würde Verbreitung finden. Nicht diese lachhafte Aufdringlichkeit, diese lockere Verkrampfung. Schicksalsnacht? Schlimme Erlebnisse? Schöne Erinnerungen?
Verse werden den Gästen mit dem Flyer mitgegeben. “Sterb ich heut’ Nacht, obwohl mein unschuldig Herz gen Himmel laut flehet…” Woran mag das liegen, dass Axel Geis nicht berühmter ist?

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