Würdigung und Mahnung – eine Ausstellung zur jüdischen Familie Silberberg

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Ob der jüdische Unternehmer und Kunstsammler Max Silberberg 1942 in Treblinka oder in Auschwitz von den Nazis ermordet wurde, weiß man nicht. In der Ausstellung “Licht und Dunkel – eine Hommage an Max Silberberg” werden Werke von Gregory Berstein gezeigt. Max kam 1878 in Neuruppin zur Welt. Bei der sehr gut besuchten Vernissage am 9. November ging es auch um die Pogrome im November 1938 und um das Schicksal weiterer Familienmitglieder.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Klammern wir einmal aus, wie viel Prominenz aus Politik, Kultur und Gesellschaft versammelt war, als Kurator Johannes Bunk die Gäste begrüßte. Folgen wir fast nur den Worten von Günter Hommel, nachdem ein paar Motive vorgestellt sind, mit denen der in Köln lebende entfernte Nachfahre Gregory Berstein Erinnerung und Würdigung zum Ausdruck bringt. Ein Herzensanliegen, das war ihm anzumerken, als er sich selbst kurz an die Gäste wandte.
“Shabat” und “Kunstsammler” sind eigentlich unspektakulär, zeigen womöglich Max’ Welt, von Wärme eingerahmt oder umströmt. “Traumbild II und I” erschließen sich nicht ganz einfach. “Vermögenserklärung” ist in kleinen Buchstaben zu entziffern. Max’ Antlitz ist zu sehen, wo das andere Bild schwarz bleibt und diesen einen Menschen klar konturiert.

Günter Hommel und Gregory Berstein im Kunstraum nah am “Kunstsammler”.

Hinter dem surreal anmutenden Motiv mag der Druck der braun eingefärbten Finanzbehörde stecken, alle Eigentumsverhältnisse und alle Transaktionen offen zu legen. Steuer- und Abgabenpolitik waren Teil der Repression, bis zu den Bestimmungen, die bei Auswanderung.gegen Juden und Jüdinnen in gnadenloser Strenge geltend gemacht wurden. Günter Hommel gab entsprechede Hinweise, nachdem die wichtigsten biografischen Daten der Familie knapp skizziert waren. Die Angaben sind auch auf der Homepage des Kunstraums zu finden.

“Traumfiguren II und I” – im Zusammenspiel ein Stück Tiefenspsychologie.
Fotos: VHS

Neuruppin, Hamburg, Beuthen, Breslau – das sind die wesentlichen Stationen. In Neuruppin geht’s als Familie von der damaligen Friedrich-Wilhelm-Straße 15 in die Fischbänkenstraße 20. Dort hat der AfD-Bundestabgordnete Götz Frömming erst kürzlich die Geschäftsstelle der Partei eingerichtet.
In seinem Grußwort wies Bürgermeister Nico Ruhle (SPD) auf den hinstorischen Hintergrund der Pogrome hin, auf Zerstörung und Verfolgung und das ewige Gebot der Wachsamkeit. Wenn aus Worten Taten folgten, könne es schon zu spät sein. Sein Dank galt allen, die in den letzten Jahren an der Vorbereitung dieses Projekts mitgewirkt haben. Bald wird eine Informationstafel an der Karl-Marx-Straße auf Max Silberberg, seine Familie und das Geschäft hinweisen. Mario Zetsche zeigte als Zuständiger, was man seitens der Stadt zeigen wird.
Die Ausstellung ist bis zur Finissage am 30. November von Mittwoch bis Samstag von 15 bis 18 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 13 Uhr. Besuch nach Vereinbarung ist ebenfalls möglich.

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