Beim Anne-Frank-Projekt im Museum können junge Interessierte mitwirken

Der Name Anne Frank erinnert an Antisemitismus, Judenverfolgung, Zusammenhalt, Wagemut und Massenvernichtung in der NS-Zeit. Ihr Tagebuch hat sie weltberühmt gemacht. Nun läuft vom 11. Februar bis zum 9. März 2026 die Wanderausstellung “Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte” im Museum Neuruppin. Junge Interessierte können dabei mitwirken, die Thematik insbesondere der eigenen Generation näherzubringen.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

“Ich höre den anrollenden Donner immer lauter”, notiert Anne Frank am 15. Juli 1944 in ihrem Tagebuch. Die jüdische Familie hält sich seit dem 6. Juli 1942 in Amsterdam in einem Hinterhausversteck auf. Anne wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Die Eltern wählten angesichts der NS-Hetzkampagnen schon früh das Exil. Doch seit Mai 1940 wütet der Antisemitimus auch in den Niederlanden. Der Nachbarstaat ist besetzt. Die Idee, Briefe an eine fiktive Freundin namens Kitty zu schreiben, wird nicht fallengelassen bis kurz vor der Verhaftung am 4. August 1944. Der Nachwelt stehen unersetzbare Dokumente zur Verfügung.
Einige Briefe wirken sehr vertraulich. Die Nähe zu anderen Menschen im Versteck wird manchmal zur Last, da muss Anne sich Luft machen. Oder bloß bisschen plaudern. Andere Briefe sind hochpolitisch. Und gefährlich. So weiß Anne schon am 21. Juli 1944 vom Attentat auf Adolf Hitler tags zuvor zu berichten. Was noch vor ihr und ihrer Familie lag, konnte sie nicht ahnen. Ihr eigener Weg und der ihrer Schwester Margot führt über Auschwitz nach Bergen-Belsen. Dort sterben beide im ausklingenden Winter 1945 an Typhus.
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Überlebende in der “Krankenbaracke” im KZ Bergen-Belsen im April 1945.
aus: Eberhard Kolb; Bergen-Belsen 1943 bis 1945; Göttingen 1991

Die Geschichte dieses Konzentrationslagers in der Lüneburger Heide ist von der zunächst vorherrschenden Verdrängung und Vernebelung befreit. Was Menschen dort angetan wurde von Unmenschen, macht auch Anne Franks Schicksal deutlich. Die “Krankenbaracke” hatte mit Hilfeleistung nichts zu tun. Anne Franks persönliches Vermächtnis bietet besondere Zugangsmöglichkeiten zu jüdischen Lebenswegen. “Die Invasionsstimmung im Land steigt mit jedem Tag”, lässt Hoffnung spüren. Es ist Februar 1944. Ob die Familie und andere Versteckte verraten wurden, ist bis heute ungeklärt.
Seitens des Anne Frank Zentrums Berlin gibt man jungen Menschen die Möglichkeit, sich aktiv am Prozess der Auseinandersetzung zu beteiligen. Natürlich nicht ohne Vorbereitung. Und am Ende gibt es für die Mitwirkenden ein Zertifikat. Einzelheiten sind im Museum von Maja Peers’ Team zu erfahren. Die Homepage weiß auch, wie man sich anmeldet.

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