Ein nachdenklicher Moment auf dem Parkplatz eines Supermarkts. Bild von PlaygroundDraws auf Pixabay
Eine kurze Begegnung vor Aldi.
Von Otto Wynen
Ein älterer Herr mit schütterem grauem Haar, im karierten Hemd, zufrieden lächelnd, bugsiert mit der rechten Hand seinen Einkaufswagen zurück zum (wie heißt das jetzt? Na, ich sage mal) Einkaufswagenabstellplatz. In der linken hat er einen Pappbecher. Bräunlich. Ich, als Rheinländer, immer zu einem kurzen Gespräch bereit, frag ihn: „Na, was trinken Sie denn da?“ Er scheint sich über die Gelegenheit zu freuen, kurz ein Schwätzchen halten zu können, hält mir den Becher entgegen: „ Kaffee. Kalter Kaffee. Gibt´s gleich da drinnen.“ Auf dem Becher steht Latte Macchiato. „Schmeckt´s? frag ich. Der Herr fast glückselig funkelt mit den Augen: „Ich hatte plötzlich so einen Durst auf Kaffee.“ Ich lache und freue mich teilhaben zu können an diesem kurzen Glücksmoment. Dann schiebt er noch kurz den Satz hinterher: „So lange die einem noch watt lassen…“ Schmunzelnd, ohne Wut. Und ich nicke und sage ganz automatisch: „Ja, ja“ und verabschiede mich, geh zu meinem Auto.
Kurze Zeit später kam mir der Satz wieder in den Sinn: „So lange die einem noch watt lassen…“ Und für einen Moment denke ich, ich hätte mir etwas mehr Zeit für ein Gespräch nehmen sollen. Bei nächster Gelegenheit werde ich geistesgegenwärtiger sein.
